Vor dem Landgericht Bayreuth hat am Mittwoch (4. November) der Prozess gegen zwei 21-jährige Männer begonnen, denen wegen einer brutalen Attacke bei der Kulmbacher Bierwoche versuchter Mord vorgeworfen wird. Während einer der Angeklagten über seinen Anwalt die Tötungsabsicht bestreitet und lediglich eine gefährliche Körperverletzung einräumt, schweigt der zweite Täter bislang komplett zu den Vorwürfen.
Massive Gewalt gegen den Kopf
Laut Anklageschrift sollen die jungen Männer im Juli 2025 ihr Opfer attackiert und unter anderem mit einer Glasflasche geschlagen haben. Zudem werden ihnen brutale Stampftritte gegen den Kopf des am Boden liegenden Mannes zur Last gelegt. Das lebensgefährlich verletzte Opfer musste notoperiert werden und leidet bis heute unter massiven Sehbeeinträchtigungen. Erst als sich ein Straßenreinigungsfahrzeug näherte, ließen die alkoholisierten Angreifer von dem Mann ab.
Richterin verweist auf Videoaufnahmen
Zum Prozessauftakt appellierte die Vorsitzende Richterin eindringlich an die Angeklagten, ein Geständnis abzulegen, um eine mögliche Strafminderung zu erwirken. Der Verteidiger eines Angeklagten verlas daraufhin eine Erklärung, die den Vorwurf des versuchten Mordes zurückwies und einen Tötungsvorsatz vehement verneinte. Da der zweite Angeklagte die Aussage weiterhin gänzlich verweigerte, erinnerte das Gericht an die erdrückende Beweislage. Demnach sei die Gewalttat zu weiten Teilen auf Video aufgezeichnet worden, weshalb weiteres Schweigen nicht zielführend sei. Am Nachmittag soll das Opfer aussagen.