Mi., 10.06.2026 , 13:43 Uhr

Oberfranken

Welle von Callcenter-Betrügen: Polizei richtet Warnhinweis an russischsprechende Bevölkerung

Betrüger mit perfiden Methoden

Perfide Callcenterbetrüger haben am Dienstag (09. Juni) im Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken gleich mehrfach zugeschlagen und die Ersparnisse von drei Senioren ergaunert. Die Täter erbeuteten insgesamt eine Summe im sechsstelligen Bereich. Aufgrund der aktuellen Vorfälle wendet sich die Polizei nun mit einem dringenden Warnhinweis auch speziell an die russischsprachige Bevölkerung in der Region.

Sechsstelliger Betrag am Gartenzaun übergeben

Die Betrugsserie begann bereits am Vormittag gegen 11:00 Uhr im Landkreis Hof. Telefonbetrüger kontaktierten eine ältere Frau und gaukelten ihr vor, dass ihr Sohn einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Um eine vermeintliche Haftstrafe abzuwenden, sei nun sofort eine hohe Kaution fällig. Die Täter setzten die Seniorin am Telefon fortlaufend massiv unter Druck, bis sich die Deutsche schließlich täuschen ließ. An ihrem Wohnhaus im Bereich der Köditzer Uferstraße übergab sie am Gartenzaun einen niedrigen sechsstelligen Bargeldbetrag an einen unbekannten Abholer, der daraufhin spurlos verschwand. Personen, die im Bereich der Köditzer Uferstraße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09281/7040 zu melden.

Schockanrufe auf Russisch in Kulmbach und Pegnitz

Am frühen Nachmittag verlagerten die Täter ihren Schwerpunkt und attackierten gezielt russischsprachige Mitbürger. Gegen 13:00 Uhr riefen die Betrüger bei einem älteren Mann in Kulmbach an. Die Kommunikation erfolgte ausschließlich in russischer Sprache. Auch hier wurde mit einem Schockanruf über einen angeblichen schweren Verkehrsunfall der Tochter Druck aufgebaut. Der Senior übergab an seiner Haustür in der Reichenberger Straße (Ortsteil Seidenhof) einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Der dortige Abholer wird wie folgt beschrieben:

Mit exakt derselben Masche kontaktierten die Unbekannten gegen 14:30 Uhr einen älteren Mann aus Pegnitz. Wiederum in russischer Sprache vorgetragen, glaubte der Senior die Geschichte vom schweren Unfall seiner Tochter. Er übergab an seiner Haustür einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag an einen etwa 18 bis 20 Jahre alten Abholer, der anschließend über die Roseggerstraße flüchtete. Hinweise zu den Vorfällen in Kulmbach und Pegnitz werden unter der Telefonnummer 0921/506-0 entgegengenommen.

Polizei veröffentlicht zweisprachiges Informationsmaterial

Angesichts der auffälligen Häufung von russischsprachigen Betrugsopfern in den vergangenen Tagen hat das Polizeipräsidium Oberfranken reagiert. Die Beamten mahnen zur extremen Vorsicht bei Geldforderungen am Telefon. Um die Zielgruppe direkt zu erreichen, wurde ein Informationsflyer zum Thema Callcenterbetrug sowohl in deutscher als auch in russischer Sprache veröffentlicht. Dieser ist ab sofort auf den Social-Media-Kanälen der Polizei sowie auf der offiziellen Webseite des Polizeipräsidiums Oberfranken abrufbar.

Fälle mit russischsprechenden Betrügern gab es in den vergangenen Tagen auch in Marktredwitz und in Bayreuth.

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