H5N8: Wie gefährlich ist das Vogelgrippe-Virus?

Landwirte in Oberfranken sind besorgt! Am Wochenende wurde bei einem Wildvogel auf der Insel Rügen die Vogelgrippe-Variante H5N8 nachgewiesen. Dies nur durch Zufall! Die Krickente, welche keine Symptome der Krankheit aufwies, wurde im Rahmen eines Wildvogel-Monitoring erlegt. Erst im Anschluss stellte man bei der Obduktion den Erreger fest. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Erreger. Weitere Verdachtsfälle gibt es in Nordrhein-Westfallen. Die Behörden raten zur Vorsicht.

In Mecklenburg-Vorpommern ordneten die Behörden bereits eine Stallpflicht für Tiere an. Das Zuchtgeflügel soll vor dem Kontakt mit Wildtieren geschützt werden. Die Tiere werden in Ställen oder Volieren untergebracht. Polizei und Veterinärämter kontrollieren die Einhaltung der Anordnung. Weitere Bundesländer (Sachsen-Anhalt & Niedersachsen) prüfen solch eine Vorsichtsmaßnahme. Auch in Oberfranken rüstet man sich vor der Geflügelpest. Noch gibt es in Nordbayern keinen Fall der Vogelgrippe, aber Züchter reagieren bereits prophylaktisch. Der Betrieb Kolb aus Kasendorf (Landkreis Kulmbach) hat sich noch vor der möglichen Anordnung der Behörden selbst eine Stallpflicht auferlegt. Ebenso haben sich Veterinärämter, Jäger und Bauern in Bayern zu einem Koordinierungsstab zusammengeschlossen, um im Fall eines Ausbruchs der Tierseuche schnell reagieren zu können.

Was genau ist H5N8?
H5N8 ist eine Form der Vogelgrippe. Das Virus besitzt für Geflügel stark krankmachende Eigenschaften. Es löst in dem Tier das Krankheitsbild der Geflügelpest aus. Mit diesem Virus verwandte Erreger wurden zuletzt in Südkorea, Japan und im Osten Chinas nachgewiesen. Die Infektion verlief mit einer hohen Sterblichkeitsrate. Auch verschiedene Wildvogelarten waren in Asien von dem Virus betroffen. Laut den Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts scheinen aber Wildvögel weniger anfällig für H5N8 zu sein.

Wie viele Fälle gibt es aktuell?
In Deutschland wurde das Virus erstmals Anfang November 2014 in einem großen Mastputenbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. In Europa gab es zudem Fälle in Betrieben in den Niederlanden und England. Wie berichtet, wurde nun bei einem Wildvogel auf der Insel Rügen das Virus nachgewiesen. Anfang 2014 wütete der Erreger in Asien, vor allem in Japan, China und Korea.

Wie gefährlich ist H5N8 für den Menschen?
Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut sind Infektionen des Menschen mit H5N8-Viren bislang nicht bekannt. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus auch auf den Menschen übertragen werden kann. Das Institut empfiehlt erhöhte Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel und Wildvögeln. Der Rat gilt vor allem an betroffene Landwirte. Sie sollen unbedingt die Hygiene einhalten.

Wie kam das Virus nach Europa / Deutschland?
Der genaue Verlauf ist derzeit noch unklar. Belege für eine Verbindung mit Tier- oder Warentransporten gibt es bislang nicht. Auch fehlen detaillierte Untersuchungen dazu. Der Fund auf Rügen stützt jedoch die Vermutung, dass Wildvögel an der Übertragung der Geflügelpest beteiligt sein könnten. Fundierte Daten fehlen aber, da bei Wildvögeln zwar der Krankheitserreger nachgewiesen wurde, die Tiere aber – wie auf Rügen – keine nach außen sichtbaren Anzeichen für die Vogelgrippe zeigen.

Ist eine Stallpflicht nötig?
Die Stallpflicht ist die aktuell sicherste Variante des Schutzes. Die Vorsorge, sprich die Hygiene, in jedem einzelnen Betrieb ist sehr wichtig. In Meckenburg-Vorpommern wurde die Stallpflicht den landwirtschaftlichen Betrieben bereits angeordnet. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) rät zur Stallpflicht. Hierüber kann jedes Bundesland selbst entscheiden. Schmidt regt an, dass das Geflügel der Nutztierhaltung in den Ställen untergebracht wird.

Weiterführende Informationen des Friedrich-Löffler-Instituts

Das Friedrich-Loeffler-Institut ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Es hat seinen Hauptsitz in Greifswald, genauer gesagt auf der zur Stadt gehörenden Insel Riems. Das Institut wurde nach seinem Gründer Friedrich Loeffler benannt. Das FLI hat eine Broschüre zur Vermeidung der Verbreitung der Geflügelpest und dem Schutz vor dem Virus veröffentlicht. Diese kann auf der Seite des Institutes heruntergeladen werden. HIER DER LINK!

 



 



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