Ein vorgetäuschter Fahrradkauf löste am Freitag (19. Juni) in Bayreuth einen Großeinsatz von Polizei und Bahn aus. Nach einer filmreifen Flucht über die Schienen klickten für den Täter schließlich in Bindlach (Landkreis Bayreuth) die Handschellen.
Flucht bei der Probefahrt
Gegen 17:30 Uhr täuschte ein Mann im mittleren Alter in einem Bayreuther Fahrradgeschäft Kaufinteresse an einem 3.700 Euro teuren E-Bike vor. Während der Probefahrt flüchtete er jedoch mit dem Rad. Die alarmierte Polizei leitete sofort eine groß angelegte Fahndung mit allen verfügbaren Streifen ein. Dank einer präzisen Personenbeschreibung geriet der Flüchtige im Bereich der Bahngleise kurz vor dem Bindlacher Bahnhof ins Visier der Beamten.
Zug-Vollbremsung im Gleisbereich
Als der Mann die Polizei bemerkte, flüchtete er zunächst auf dem Rad und dann zu Fuß weiter über die Schienen. Wegen der akuten Lebensgefahr musste der Bahnverkehr sofort eingestellt werden. Ein herannahender Regionalzug war glücklicherweise langsam unterwegs und konnte durch eine Gefahrenbremsung ein Unglück verhindern. Kurz darauf holten die Einsatzkräfte den Flüchtigen ein. Er ließ sich widerstandslos festnehmen, und das unbeschädigte E-Bike konnte an das Geschäft zurückgegeben werden.
Identität unklar und Haftbefehl beantragt
Bei der Überprüfung des Festgenommenen stießen die Ermittler auf offene Fragen: Der mutmaßlich aus Osteuropa stammende Mann führte keinerlei Ausweispapiere mit sich. Es besteht der dringende Verdacht, dass er illegal und ohne Aufenthaltstitel in das Bundesgebiet eingereist ist. Die Ermittlungen zu seiner Identität laufen. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Bayreuth erwartet den Mann nun ein Strafverfahren wegen Diebstahls, gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz. Er wurde in Haft genommen und wird am heutigen Samstag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bayreuth vorgeführt.