Do., 28.07.2022 , 17:32 Uhr

Oberfranken / Deutschland

Der Gas-Hammer: Haushalte müssen für Gas-Umlage noch tiefer in die Tasche greifen

Maßnahme laut Kreisen wohl ab Oktober 2022 geplant

Dies könnte ein teurer Start in die kalten Monate des Jahres werden: Laut Kreisen des Wirtschaftsministeriums in Berlin plant die Bundesregierung für den Herbst diesen Jahres die Einführung einer Gas-Umlage. Mit dem Ziel, Gas-Importeure zu entlasten, werden Kunden dann wohl höhere Kosten tragen müssen. Bundeswirtschaftsminister Habeck sprach von einer „Notwendigkeit“.

Umlage zwischen 1,5 und 5,0 Cent pro Kilowattstunde

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte die Gas-Umlage in der letzten Woche bereits angekündigt. Die genaue Umlage für die Haushalte soll noch nicht fix feststehen. Habeck rechnete allerdings bereits vor, dass sie wohl zwischen 1,5 bis 5,0 Cent pro Kilowattstunde liege werde. Dies könnte dann Mehrkosten von mehreren Hundert Euro auf der Gas-Rechnung der Haushalte bedeuten. Habeck kündige allerdings an, dass es Entlastungen für jene Bürgerinnen und Bürger geben werde, die aufgrund der Mehrbelastung an die Armutsgrenze rutschen werden.

Regierung will Importeure und Versorger schützen

Die Bundesregierung plant mit der Umlage, Gas-Importeure vor möglichen Pleiten zu schützen. Die Unternehmen soll die höheren Preise direkt an private Haushalte sowie an die Industrie weitergeben können. Hintergrund ist, dass betroffene Importeure bei Lieferausfällen aus Russland, Gas teuer am Weltmarkt nachkaufen müssen. Dies könnte für die Firmen existenzbedrohend sein. Durch die Umlage werden laut Habeck nicht nur die Importeure geschützt, sondern auch die Versorger.

Gas-Umlage muss das Kabinett passieren

Bevor die Gas-Umlage in Kraft im Oktober in Kraft treten könnte, muss sie das Bundeskabinett passieren. Dann erst kann die Differenz zwischen den eigentlichen Tarifen und den Mehrkosten für einen Zeitraum bis Ende März 2024 geschätzt und auf die Kilowattstunde umgelegt werden. Danach soll eine genaue Abrechnung erfolgen.

Energiekonzerne mit Rekordgewinnen

Unterdessen profitieren die Energiekonzerne von den steigenden Preisen für Öl und Gas. Unter anderem verfünffachte der britische Shell-Konzern im zweiten Quartal seines aktuellen Geschäftsjahres seinen Gewinn auf 18 Milliarden US-Dollar. Repsol (Spanien) und Total Energies (Frankreich) verdoppelten ihr Plus unter dem Strich. RWE aus Essen rechnet für das Gesamtjahr 2022 mit einem „deutlich besseren Ergebnis als erwartet“.

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