Mo., 08.07.2013 , 13:36 Uhr

Expansion: Rehau nimmt erstes Werk in Ungarn in Betrieb

Im ungarischen Györ, gut 120 Kilometer nordwestlich von Budapest gelegen, nimmt Rehau in diesen Tagen ein neues Werk in Betrieb. Die Produktionsstätte, in der ausschließlich Systembauteile für die Automobilindustrie gefertigt werden, soll im Herbst offiziell eingeweiht werden. Der weltweit tätige Polymerspezialist mit Stammsitz in Rehau/Oberfranken investierte in den Neubau vor den Werkstoren von Audi mehr als 50 Millionen Euro. Rund 200 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Rehau will international wachsen 

„Die Entscheidung für den Grundstückskauf und den Werksneubau ist Teil unserer internationalen Wachstumsstrategie“, erklärt Niklas Braun, Vorsitzender der Automotive-Geschäftsleitung bei Rehau. Seit Jahrzehnten überzeuge Rehau als Entwicklungspartner und Systemlieferant Kunden rund um den Globus mit Zuverlässigkeit und Qualität. Der Neubau in Ungarn, so Braun weiter, sei nach modernsten ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten errichtet worden.

Zusammenarbeit mit Audi

Für Audi montiert der Polymerspezialist am Standort Györ bereits seit 2005 im 3-Schicht-Betrieb Stoßfänger-Varianten für verschiedene Modelle und liefert sie just-in-time direkt ans Band des Automobilherstellers. „Der Ausbau zu einer eigenen Produktionsstätte auf mehr als 24.000 m² ist auf die Aufträge für die Stoßfängersysteme des neuen Audi TT und des Q7 zurückzuführen, für die wir zusätzliche Kapazitäten benötigen“, erläutert Helmut Ansorge, Mitglied des Automotive Executive Board und zuständig für die Automotive-Werke des weltweit tätigen Unternehmens. Künftig sollen die vorderen und hinteren Stoßfängersysteme der beiden Modelle sowie für das A3 Cabrio und Coupe vor der lokalen Endmontage in Györ spritzgegossen und lackiert werden. Bisher sind für diese Modelle die Außenanbauteile im niederbayerischen Viechtach produziert worden. Hier seien die Ressourcen dank neuer Modellanläufe ausgeschöpft, weshalb die Verantwortlichen nach Alternativen suchten. „Eine Fertigung vor Ort in Ungarn, direkt vor den Toren unseres Kunden, birgt viele Vorteile“, unterstreicht Ansorge „denn im Automobilbereich gelten extrem kurze Abrufzeiten.“

Neues Werk in Ungarn

Der Werksneubau im Internationalen Industriepark Györ beinhaltet neben hochmodernen Spritzguss-, Lackier- und Montagehallen auch Räumlichkeiten für die Verwaltung, Konfektion, Lagerung und Logistik. Herzstück des neuen Maschinenparks ist aber die modulare, auf CO2-Reinigung basierende Lackieranlage – eine Eigenentwicklung von Rehau, die besonders umweltschonend ist und auf den Gebrauch von kostbarem Wasser verzichtet. Vorgänger dieser Anlage haben sich bereits an den Produktionsstandorten Viechtach und Port Elizabeth, Südafrika, bewährt. Im neuen Werk entstehen bis zu 200 neue Arbeitsplätze. Erste Montagelinien sind aktuell angelaufen – pünktlich zum offiziellen Produktionsstart der neuen Audi A3-Modelle. Wenn im Herbst die offizielle Werkseinweihung stattfindet, werden rund 130 Werksmitarbeiter im 3-Schicht-Betrieb in der Fertigung tätig sein.

 


 

 

Expansion Neubau Oberfranken Rehau Ungarn Wachstumsstrategie

Das könnte Dich auch interessieren

10.02.2026 23-Jähriger kollabiert in Rehau: Waren Baller-Liquids schuld? In Rehau (Landkreis Hof) kam es zu einem Rettungseinsatz aufgrund von sogenannten Baller-Liquids. Ein 23 Jahre alter Mann verlor nach dem Konsum das Bewusstsein. Während des Rettungseinsatzes entbrannte ein Streit zwischen drei weiteren Personen. Am Ende musste zwei Personen ins Krankenhaus gebracht werden. 06.02.2026 Unappetitliche Überraschung in Rehau: Unbekannter beschmiert Auto mit Kot Extrem unangenehm überrascht wurde ein 48 Jahre alte Frau am Donnerstag (05. Januar) in Rehau (Landkreis Hof). Als sie in ihren in der Genossenschaftsstraße abgestellten Wagen einsteigen wollte, kam ihr ein strenger Geruch entgegen. 02.02.2026 Regnitzlosau: Erst gegen die Rathausmauer gekracht und dann zu Fuß geflüchtet Am frühen Sonntagmorgen (01. Februar) prallte gegen 05:00 Uhr ein bislang unbekannter Fahrer mit einem weißen VW Golf gegen die Hauswand des Rathauses in der Hauptstraße in Rehau (Landkreis Hof). Ein unbeteiligter Zeuge hörte den Zusammenstoß. Anschließend beobachtete er zwei hell und dunkel gekleidete junge Männer, wie sie sich zu Fuß in Richtung Kreisverkehr von der Unfallstelle entfernten. 30.01.2026 Katastrophenschutz im Fokus: Innenminister Dobrindt für Fachgespräch im Landkreis Hof Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) reiste am Freitag zu einem Fachgespräch in den Landkreis Hof. Daran nahmen Vertreter des Katastrophenschutzes, der Hilfsorganisationen, des Rettungswesens, der Feuerwehr, des THW sowie der kommunalen Ebene teil.