Die Landkreisversammlung des Bayerischen Landkreistags hat am Mittwoch (10. Juni) in Fürstenfeldbruck eine wichtige personelle Weichenstellung vorgenommen: Der Hofer Landrat Dr. Oliver Bär wurde mit einem überwältigenden Ergebnis zum neuen Vizepräsidenten des kommunalen Spitzenverbandes gewählt. Bär erhielt 114 von 115 abgegebenen Stimmen. Mit dieser Wahl rückt der Hofer Landrat in das engere Präsidium auf. Gemeinsam mit Präsident Thomas Karmasin und den weiteren Vizepräsidenten wird er künftig die Interessen der 71 bayerischen Landkreise auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene vertreten.
Ein starkes Signal der Geschlossenheit
Dr. Oliver Bär zeigte sich hocherfreut über das Vertrauen der Delegierten und betonte die Bedeutung des Wahlausgangs. Er hob hervor, dass das einmütige Ergebnis bei den Wahlen des Präsidenten und der Vizepräsidenten ein starkes Signal der Geschlossenheit der kommunalen Familie sei. Dieses Signal sei in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen Verantwortung für die Kommunen getragen werde, besonders wertvoll. Bär verwies auf die intensiven Debatten der vergangenen Tage zur Stärkung der kommunalen Arbeit und der Demokratie vor Ort. Dabei betonte er die Notwendigkeit, tragfähige Rahmenbedingungen auf Bundes- und Landesebene zu schaffen. Zu den drängendsten Aufgaben zähle es, die Kommunalfinanzen generell sowie die medizinische Versorgung vor Ort und insbesondere die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser zu stärken.
Erfahrener Kommunalpolitiker und Jurist
Mit Dr. Oliver Bär gewinnt das Präsidium einen profilierten und im Verband tief verwurzelten Vertreter, der kommunale Praxis, juristische Expertise und ein starkes politisches Netzwerk vereint. Der promovierte Jurist steht bereits seit dem Jahr 2014 an der Spitze des Landkreises Hof. Seit 2020 gehört er dem Präsidium an und führt seit 2023 zudem den Bezirksverband Oberfranken des Landkreistags. Bär bringt langjährige Erfahrung aus der Gremienarbeit mit. Nach seiner Mitgliedschaft im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr von 2014 bis 2020 gehörte er dem Ausschuss für Recht und Bildung an, dessen stellvertretender Vorsitzender er bis zu seiner jetzigen Wahl war. Vor seiner kommunalpolitischen Karriere studierte Bär Rechtswissenschaften an der Universität Bayreuth und war anschließend unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag sowie als Rechtsanwalt tätig. Neben seinen politischen Ämtern führt er seit 2005 den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern fort.
Das neue Führungsteam und die Kernforderungen
Neben Dr. Oliver Bär wurden im Rahmen der Versammlung auch Tamara Bischof, Landrätin des Landkreises Kitzingen, sowie Armin Kroder, Landrat des Landkreises Nürnberger Land, gewählt beziehungsweise in ihren Ämtern als Vizepräsidenten bestätigt. Die Landkreisversammlung stand in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „Gemeinsam gut. Gemeinsam weiter.“ Im Mittelpunkt der Beratungen standen vor allem die Zukunft der Kommunalfinanzen und die Bewältigung der steigenden Sozialausgaben. Ebenso intensiv diskutierten die Landrätinnen und Landräte über die Zukunft der regionalen Krankenhausversorgung, den notwendigen Abbau von Bürokratie sowie den generellen Erhalt der kommunalen Handlungsfähigkeit in anhaltend herausfordernden Zeiten.
Hintergrund: Der Bayerische Landkreistag
Der Bayerische Landkreistag ist einer der vier kommunalen Spitzenverbände im Freistaat, zu denen auch der Bayerische Gemeindetag, der Bayerische Städtetag und der Bayerische Bezirketag gehören. Der Verband vertritt die Belange aller 71 bayerischen Landkreise mit dem wesentlichen Ziel, die kommunale Selbstverwaltung auf der Kreisebene zu sichern und zu stärken. Als Anwalt der Landkreise berät er seine Mitglieder und tritt für die Stärkung des ländlichen Raums ein. Geführt wird der Verband von Präsident Thomas Karmasin, dem Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck, während Andrea Degl die Geschäftsstelle als Geschäftsführendes Präsidialmitglied leitet.