Di., 22.11.2022 , 11:55 Uhr

Oberfranken/Bayern

Kriminelles Netzwerk mit Hunderttausenden Geschädigten zerschlagen: Schaden geht in die Milliardenhöhe

Tätergruppe agiert weltweit mit Cybercrime

Den Zentralstellen Cybercrime Bayern und Sachsen ist es gelungen, ein kriminelles Netzwerk zu zerschlagen. Über die internationale Tätergruppe wurde in der Vergangenheit zum Teil unter dem Schlagwort „Milton Group“ öffentlich berichtet. Mit Bandenbetrug, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche richteten sie in den vergangenen Jahren ein Milliardenschaden bei Hunderttausenden Geschädigten an. Die Ermittler durchsuchten in fünf Ländern gleichzeitig dutzende Objekte und stellten umfangreiches Beweismaterial sicher. Die polizeilichen Ermittlungen werden in Bayern durch die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Oberfranken und in Sachsen durch das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Leipzig geführt.

Kriminelle geben sich als Finanzexperten aus

Wie das Polizeipräsidium Oberfranken am Dienstag (22. November) mitteilt, wurden am 8. November in Georgien und Nordmazedonien sechs Callcenter sowie 25 weitere Privat- und Geschäftsräume durchsucht. Der Schwerpunkt der Operation lag auf der georgischen Hauptstadt Tiflis. Seit dem Jahr 2016 soll die kriminelle Gruppe wegen des sogenannten Cybertradings operieren. Bedeutet, vermeintliche Finanzexperten beraten ihre Opfer über lukrative Anlage- und Finanzprodukte. Hierbei handelt es sich um Kryptowährungen. Damit werden die Opfer dazu verleitet, ihr Geld anzulegen. Die Einzahlungen werden von den Anlegern jedoch nicht gewinnbringend investiert. Über unterschiedliche Websites wird den Opfern vorgetäuscht, dass Accounts existieren würden. Dort werden den Geschädigten durch vermeintlich erfolgreiche Trades Gewinne angegeben, um weitere Investitionen zu generieren. Sobald ein Anleger skeptisch wird oder eine Auszahlung wünscht, bricht der Kontakt oftmals ab oder das Investment erleidet einen überraschenden Einbruch, welcher einen plötzlichen Totalverlust des Investments suggerieren soll. Die Täter agieren aus professionell betriebenen Callcentern im Ausland.

Fünf Tatverdächtige festgenommen

Zeitgleich gab es auch Ermittlungen in Albanien, Ukraine und Bulgarien. Insgesamt wurden 15 Callcenter sowie 27 weitere Objekte durchsucht. Fünf Tatverdächtige sind festgenommen; 50 Vernehmungen wurden durchgeführt. Die Ermittler stellten mehr als 500 Computer, Mobiltelefone und sonstige elektronische Geräte sowie zahlreiche Unterlagen sicher. Zudem wurden Vermögensarreste in zweistelliger Millionenhöhe erwirkt. Daraus resultierten unter anderem Beschlagnahmen von Konten, Bargeld, Bitcoin-Wallets und anderen Wertgegenständen.

Allein in Deutschland rechnen die Ermittler mit über 100 Millionen Euro Schaden

Nach aktuellem Stand können den Kriminellen hunderte Trading-Plattformen und dutzende Callcenter in verschiedenen Ländern zugeordnet werden. Der Schaden ist immens, so die Polizei. Allein in Deutschland ist von einem Schaden von über 100 Millionen Euro auszugehen.

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