Ein heftiges Unwetter hat am Mittwoch (1. Juli) in Hof für erhebliche Überschwemmungen gesorgt. Innerhalb weniger Minuten fielen so enorme Regenmengen, dass Straßen binnen kürzester Zeit unter Wasser standen und Gullys überliefen. Die Kanalisation konnte die sturzflutartigen Wassermassen zeitweise nicht mehr aufnehmen. In der Folge drang das Wasser in zahlreiche Keller, Geschäftsräume und tiefer gelegene Gebäude ein. TVO hat berichtet.
Brennpunkt Fabrikzeile: Ein Albtraum in Dauerschleife
Besonders hart traf es – wie schon so oft – den Bereich rund um die Fabrikzeile, die Heiligengrabstraße und die Lindenstraße. Für die dortigen Anwohner sind die schlammigen Fluten längst kein Einzelfall mehr. Seit Jahren kämpfen sie in diesem Viertel immer wieder mit verheerenden Überschwemmungen. Unter den Betroffenen herrscht zunehmend Frust und Unverständnis darüber, warum sich an der Situation bislang so wenig geändert hat. Zu ihnen gehört auch Thomas Teckelmann, der bereits zum wiederholten Mal Opfer der Fluten wurde und fassungslos vor seinem überfluteten Keller steht.
Wir waren im April im Rathaus bei einer Versammlung mit allen Anwohnern hier. Da wurden seit 2021 nur Pläne gemacht. Es ist praktisch nichts umgesetzt worden. Die Situation hat sich verschlimmert, weil hier oben ein Neubaugebiet auch an die Kanalisation Leibnizstraße angeschlossen worden ist. Das habe ich zur Sprache gebracht. Alles. Die wissen Bescheid. Die haben gesagt, die Feuerwehr hat für 150.000 € Plastikwannen. Dass die, die hier aufbauen können und das Wasser reinpumpen. Das ist unser Überleben. [...] So, und jetzt frage ich, wo sind diese Auffangbecken für 150.000 €? Wenn die Feuerwehr erst zweieinhalb Stunden später Zeit hat, hier vorbeizuschauen?
Thomas Teckelmann, Anwohner
Erinnerungen an das Katastrophenjahr 2021
So dramatisch die Lage am Mittwoch auch war: Im Vergleich zum Juli 2021 kam die Stadt dieses Mal noch vergleichsweise glimpflich davon. Vor genau fünf Jahren hatten sintflutartige Regenfälle den sonst so ruhigen Leimitzbach in einen reißenden Strom verwandelt. Damals liefen Keller und Garagen teils bis unter die Decke voll. Die Wassermassen bahnten sich damals sogar rücksichtslos ihren Weg durch einen örtlichen Getränkemarkt – in dem betroffenen Stadtteil herrschten tagelang chaotische Zustände.
Oberbürgermeister verspricht schnelles Handeln
Nach dem aktuellen Unwetter verschaffte sich Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß direkt vor Ort ein Bild von der Lage. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung, des Tiefbauamts, des Bauhofs sowie der Feuerwehr reiste er in die Fabrikzeile, um mit den Betroffenen zu sprechen und das Ausmaß der Schäden zu begutachten. Der Rathauschef reagierte auf den anhaltenden Unmut der Anwohner und kündigte noch vor Ort konkrete Schritte an: Der Hochwasserschutz in dem besonders gefährdeten Bereich soll nun priorisiert und weiter massiv ausgebaut werden, um die Bürgerinnen und Bürger künftig besser vor den Folgen des Klimawandels zu schützen.
Wir wissen, dass aufgrund des Klimawandels Starkregenereignisse häufiger auftreten und welche Teile unserer Stadt am stärksten die Folgen von heftigen Niederschlägen spüren. Für mich als Oberbürgermeister hat der Hochwasserschutz Priorität und entsprechende Maßnahmen müssen jetzt zwingend ausgebaut werden. Ein Beispiel hierfür ist das Rückhaltebecken am Leimitzbach.
Stefan Schmalfuß, Oberbürgermeister Hof