Der Missbrauchsfall rund um ein Kinderheim in Wunsiedel sorgte zuletzt für Erschütterung - nun hat die Polizei weitere Hausdurchsuchungen vorgenommen. Im März war bekannt geworden, dass ein leitender Mitarbeiter der Einrichtung einen zeitweise dort lebenden Jungen mehrfach sexuell missbraucht haben soll.
Weitere Hausdurchsuchungen im Wunsiedler Missbrauchsfall
Wie die Frankenpost berichtet, war die Polizei am Donnerstagmorgen (26. März) unter anderem im Bereich der Oberen Labyrinthstraße im Hofer Gemeindeteil Haidt im Einsatz. Wie die Hofer Staatsanwaltschaft zudem gegenüber der Frankenpost mitteilte, kam es auch an anderen Orten zu Hausdurchsuchungen, die sich gegen den 49-jährigen Mitarbeiter des Kinderheims richteten.
Keine Festnahmen bei Durchsuchungen
An welchen weiteren Orten die Polizei vorstellig wurde, und ob es sich dabei um den Wohnort des Verdächtigen oder weiterer Beteiligter handelt, darüber habe die Staatsanwaltschaft laut der Frankenpost mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben machen wollen. Festnahmen seien jedoch nicht erfolgt.
49-Jähriger soll Jungen jahrelang missbraucht haben
Das Opfer des Missbrauchs, ein 9-jähriger Junge, war bis September 2024 im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Wunsiedel untergebracht. Im Herbst 2025 hatte die Mutter des Kindes Anzeige gegen den leitenden Mitarbeiter der Einrichtung erstattet. Die Vorwürfe sind äußerst schwerwiegend: Zwischen 2023 und 2025 soll der Mann seinen Schutzbefohlenen in einem Wohnhaus in Hof mehrfach sexuell missbraucht haben.
Letzte Durchsuchung Anfang März
Die Hofer Kriminalpolizei hatte das Anwesen des Mannes Anfang März Tatverdächtigen durchsucht und mehrere Beweismittel sichergestellt, woraufhin ein Untersuchungshaftbefehl gegen den 49-Jährigen erlassen worden war. Der Mann befindet sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt.