In der Polizeiinspektion Wunsiedel wurden am Dienstag (03. Februar) drei Bürger für ihre Courage gewürdigt. Sogar der oberfränkische Polizeipräsident Armin Schmelzer nahm an der Ehrung teil und überreichte den Betroffenen ein persönlich von ihm unterzeichnetes Dankschreiben verbunden mit dem Wunsch, dass dieses Verhalten anderen Menschen als Vorbild dienen sollte.
Feierstunde auf der Wunsiedler Polizeistation
Gemäß einer offiziellen Mitteilung hatte der erste Polizeihauptkommissar Hubert Schricker im Namen des Polizeipräsidiums Oberfranken Frau Pamela Gärtner aus Marktredwitz sowie Herrn Peter Sieber und Herrn Fabian Turban aus Marktleuthen zu einer kleinen Feierstunde auf seine Dienststelle in der Kemnather Straße eingeladen. „Den Anlass gab das jeweils vorbildliche Verhalten dieser drei Landkreisbürger, das es nach den Worten des Polizeipräsidenten als Beispiel für die Zivilgesellschaft zu würdigen gilt“, heißt es in der Mitteilung.
Couragierte Bürgerin bewahrt Jugendliche vor Suizid
Frau Gärtner hatte durch ihr beherztes Handeln am Nachmittag des 27. November 2025 eine 17-Jährige davor bewahrt, sich in Suizidabsicht von einer Brücke auf die Bundesstraße B303 bei Bad Alexandersbad zu stürzen. „Als sie die Jugendliche auf der Fahrt nach Wunsiedel am Brückengeländer entdeckte, hielt sie ihr Fahrzeug sofort an. Sie eilte zu der Person auf die Brücke und es gelang ihr, sie im Gespräch von ihrem Vorhaben solange abzuhalten, bis wenige Minuten später eine Streife der Polizeiinspektion Wunsiedel eintraf“, erklärt die Polizei. Mit vereinten Kräften war es den Beamten und Frau Gärtner gelungen, die junge Dame in einem günstigen Moment über das Geländer zurückzuziehen – und somit ein junges Menschenleben zu retten
Senior aus Selb vor riesigem Verlust bewahrt
„Nicht weniger lobenswert“ verhielten sich nach Angaben der Polizei die beiden Marktleuthener Fabian Turban und Peter Sieber. Den beiden ist es zu verdanken, dass ein 88-jähriger Mann aus Selb am Nachmittag des 12. Dezember 2025 davor bewahrt werden konnte, sein gesamtes Vermögen zu verlieren. Dreiste Betrüger hatten den Senior unter der Legende von falschen Polizeibeamten telefonisch so massiv unter Druck gesetzt, dass dieser seine Wertgegenstände einpackte. Das Paket sollte auf Anweisung der Täter anschließend durch einen Kurierdienst nach Stuttgart verbracht werden. Den Auftrag dafür erhielt der Fahrdienst aus Marktleuthen ebenfalls telefonisch durch die Betrügerbande, ohne zunächst Verdacht zu schöpfen.
Taxifahrer und sein Chef durchschauen Betrüger
„Da ihm die ganze Sache nach der Abholung des Pakets nicht geheuer vorkam, wandte sich Fabian Turban, der beauftragte Kurierfahrer an seinen Chef, Peter Sieber. Statt die Fahrt nach Stuttgart anzutreten, meldeten sich die beiden Marktleuthener persönlich bei der Wunsiedler Polizei. Diese wiederum nahm mit dem 88-jährigen Selber Kontakt auf und öffnete mit dessen Einverständnis das Paket“, so die Polizei.
Große Erleichterung bei Vermögensrückgabe
Als ein hoher fünfstelliger Bargeldbetrag, Goldbarren und Goldmünzen zum Vorschein kamen, war den Beamten klar, dass der Senior aus Selb beinahe auf eine Betrugsmasche hereingefallen wäre, die ihn um sein gesamtes Vermögen gebracht hätte. Letztendlich herrschte große Erleichterung bei dem „Beinahe-Opfer“, als ihm sein Vermögen wieder zurückgegeben wurde.