Wer auf Landstraßen unterwegs ist, genießt häufig kurvenreiche Strecken, wenig Verkehr und abwechslungsreiche Landschaften. Gleichzeitig ist das Unfallrisiko dort nicht zu unterschätzen. Die Verkehrsunfallzahlen aus dem Jahr 2025 zeigen, wie folgenschwer Unfälle auf Landstraßen sein können.
Jeder dritte Verkehrstote auf Landstraßen
In Oberfranken verloren im vergangenen Jahr 37 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. 25 dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen. Auch der Blick auf ganz Bayern zeigt die Bedeutung: Von insgesamt 507 Verkehrstoten kamen 313 bei Unfällen auf Landstraßen ums Leben. Mit der Verkehrssicherheitsaktion „Treffpunkt Landstraße“ widmet sich die oberfränkische Polizei 2026 deshalb verstärkt den besonderen Gefahren dieser Straßen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Wildwechsel.
Tausende Wildunfälle pro Jahr
Wie häufig Tiere auf Oberfrankens Straßen zum Unfallrisiko werden, zeigen die Zahlen deutlich: 6.934 Wildunfälle wurden 2025 von der Polizei registriert. Besonders aufmerksam sollten Verkehrsteilnehmer in den frühen Morgenstunden und am späten Abend sein. Zwischen 5 und 8 Uhr sowie zwischen 21 und 24 Uhr besteht eine erhöhte Gefahr, dass Rehe, Wildschweine oder andere Wildtiere die Fahrbahn queren.
Massive Kräfte bei der Kollision
Die Folgen einer Kollision können erheblich sein. Ein ausgewachsener Rothirsch bringt etwa 200 Kilogramm auf die Waage, ein Wildschwein bis zu 100 Kilogramm. Treffen solche Tiere auf ein Fahrzeug, wirken entsprechend große Kräfte auf das Fahrzeug und seine Insassen.
Gefahr auch für Radfahrer
Wildwechsel stellt nicht nur für Autofahrer eine Gefahr dar. Das zeigt ein Unfall aus dem Herbst 2025 bei Igensdorf im Landkreis Forchheim. Dort war eine Gruppe von Rennradfahrern unterwegs, als plötzlich ein Reh auf die Straße lief. Ein 47-jähriger Radfahrer konnte dem Tier nicht mehr ausweichen, kollidierte mit ihm und stürzte. Dabei zog er sich einen Knochenbruch und mehrere Schürfwunden zu.
Mit Wildwechsel jederzeit rechnen
Um Unfälle möglichst zu verhindern, rät die Polizei zu besonderer Vorsicht in Wald- und Feldgebieten sowie während der Dämmerung.
Unfallstelle ordentlich absichern
Kommt es trotz aller Vorsicht zu einer Kollision, sollte zunächst die Unfallstelle gesichert werden. Die Warnblinkanlage ist einzuschalten, eine Warnweste anzulegen und das Warndreieck aufzustellen. Verletzte Personen müssen versorgt werden. Bei Bedarf sollte über 112 medizinische Hilfe angefordert werden.
Aus dem Gefahrenbereich entfernen
Ein noch fahrbereites Fahrzeug sollte möglichst an einer sicheren Stelle abgestellt werden. Ist das Auto nicht mehr fahrbereit, sollten sich die Insassen aus dem Gefahrenbereich begeben und einen geschützten Standort aufsuchen.
Wildunfall bei der Polizei melden
Jeder Wildunfall muss der Polizei unter 110 gemeldet werden. Das gilt auch dann, wenn das Tier nach dem Zusammenstoß flüchtet und zunächst nicht auffindbar ist. Die Polizei verständigt den zuständigen Jagdpächter oder Jagdausübungsberechtigten. Dieser kümmert sich darum, verletztes Wild aufzuspüren und gegebenenfalls von seinem Leiden zu erlösen.
Verletzte Tiere nicht anfassen
Verletzte Tiere sollten niemals angefasst werden. Sie können sich aufgrund von Schmerzen oder Angst unvorhersehbar verhalten. Auch die Mitnahme von verletztem oder getötetem Wild ist nicht erlaubt. Ein bereits verendetes Tier sollte nur dann von der Fahrbahn entfernt werden, wenn dies ohne Gefahr möglich ist. Dabei sollte direkter Kontakt mit bloßen Händen vermieden werden.
Polizei mahnt zu erhöhter Vorsicht
Die Polizei Oberfranken ruft Verkehrsteilnehmer dazu auf, auf Landstraßen besonders aufmerksam zu sein. Vor allem in der Dämmerung und in der Nähe von Wäldern und Feldern sollte die Geschwindigkeit reduziert und jederzeit mit querendem Wild gerechnet werden.