Di., 20.01.2026 , 15:11 Uhr

Stadt Hof

Problemzone Sonnenplatz: Stadt Hof beschließt Videoüberwachung - "Ausreichende Gefahrensituation" wegen neuer Vorfälle?

Maßnahme gegen gesunkenes Sicherheitsgefühl

Die Stadt Hof hat auf einer Sitzung am Montag (19. Januar) die Einführung einer Videoüberwachung am Sonnenplatz beschlossen. Dies ist einer aktuellen Pressemitteilung zu entnehmen.

Stadt Hof plant Videoüberwachung am Sonnenplatz

Der im Hofer Stadtkern gelegene Platz war zuletzt zunehmend als Problemzone in Verruf geraten. Besonders aufsehenerregend war ein Polizeieinsatz im September, bei dem ein junger Mann nach einer Gewaltorgie in einer Eisdiele einen Beamten attackierte. Danach waren Stimmen laut geworden, die eine Verbesserung der Sicherheitslage gefordert hatten. Eine Forderung, auf die der Stadtrat in der am Montag abgehaltenen Sitzung reagiert hat. Als Gründe für die Entscheidung „Pro Videoüberwachung“ werden in der Mitteilung „insbesondere wiederholte Rückmeldungen aus der Bürgerschaft sowie Anträge aus dem Stadtrat, die ein gesunkenes Sicherheitsgefühl vor allem im Bereich des Sonnenplatzes und des Interimsbusbahnhofs thematisieren“ angeführt.

 

Die Frage des Sicherheitsgefühls nehmen wir ernst. Gleichzeitig dürfen wir Videoüberwachung nicht leichtfertig einsetzen. Wir prüfen gemeinsam mit der Polizei, ob die Voraussetzungen vorliegen. Und wenn ja, handeln wir.

(Eva Döhla, Oberbürgermeisterin)

 

„Ausreichende Gefahrensituation“ durch neue Vorfälle?

„Zur Videoüberwachung gab es zwei Stadtratsanträge der Fraktionen der SPD aus den Jahren 2024 und der CSU 2025, die eine erneute Prüfung gefordert hatten. Die Stadt hatte das Thema vorher rechtlich bewertet und war damals zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Videoüberwachung nicht zulässig sei“, erklären die Verantwortlichen der Stadt Hof in ihrem Schreiben. Jedoch habe die Polizei im November 2025 auf zusätzliche Vorfälle am Sonnenplatz hingewiesen, welche erstmals eine sogenannte „ausreichende Gefahrensituation“ begründen könnten. Genau das sei die rechtliche Voraussetzung für eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum.

Hohe Kosten für angedachte Maßnahmen

„Zuständig für Videoüberwachung nach Ansicht der Stadt Hof ist in erster Linie die Polizei. Sie prüft derzeit, ob sie selbst Kameras am Sonnenplatz installiert. Sollte die Polizei dies nicht umsetzen können, hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, die Videoüberwachung durch die Stadt Hof vorzubereiten. Eine Umsetzung würde nach den geltenden Richtlinien zum Datenschutz erfolgen“, so die Stadt Hof. Bereits im vergangenen Jahr seien vorsorglich Mittel in Höhe von 40.000 Euro angemeldet worden. Die Kosten für einzelne Kameras könnten, je nach technischer Ausführung, bis zu 14.000 Euro betragen, hinzu kämen Aufwendungen für Leitungen, Servertechnik, Wartung und Verwaltungsaufgaben.

Abschließende Bewertung steht aus

Bevor tatsächlich Kameras am Sonnenplatz installiert werden können, muss die Polizei eine abschließende Bewertung vornehmen. Erst danach werde entschieden, ob und in welchem Umfang eine Videoüberwachung eingerichtet wird.

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