Die oberfränkische Polizei warnt vor einer aktuellen Welle betrügerischer Telefonanrufe. Nach bisherigem Kenntnisstand wurden allein am heutigen Montag (21. September) mehr als 30 Fälle bekannt. Ein Schwerpunkt liegt derzeit in der Stadt und im Landkreis Hof sowie im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Auch aus anderen Teilen Oberfrankens gingen entsprechende Meldungen ein.
Erzählungen von Unfällen oder medizinischen Notfällen
Besonders häufig greifen die Täter derzeit zu sogenannten Schockanrufen. Dabei behaupten sie, ein naher Angehöriger sei schwer erkrankt und benötige dringend Geld für eine medizinische Behandlung. In einem Fall war beispielsweise von einer notwendigen Chemotherapie in der Schweiz die Rede. Mit der vermeintlichen Notlage setzen die Anrufer ihre Opfer unter erheblichen Zeitdruck und versuchen, sie zur Überweisung oder Übergabe von Geld zu bewegen.
Täter geben sich als Bankmitarbeiter aus
Doch auch andere bekannte Betrugsmaschen sind weiterhin im Einsatz. So geben sich Täter als Mitarbeiter einer Bank aus und behaupten etwa, die Bankkarte des Angerufenen sei nach einem angeblichen Verlust gesperrt worden. Ziel ist es, an persönliche Daten, Bankinformationen, Zugangsdaten oder die Karte selbst zu gelangen.
Betrüger passen ihre Geschichten laufend an
Die Polizei weist darauf hin, dass die Betrüger ihre Vorgehensweise immer wieder verändern. Sie treten unter anderem als Angehörige, Bankmitarbeiter, Polizeibeamte oder andere Vertrauenspersonen auf. Gemeinsam ist den Maschen häufig, dass die Täter Angst erzeugen und ihre Opfer zu einer schnellen Entscheidung bewegen wollen.
Polizei rät zu besonderer Vorsicht
Die Polizei rät deshalb zu besonderer Vorsicht, wenn am Telefon unerwartet Geld oder persönliche Daten verlangt werden. Betroffene sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und ein verdächtiges Gespräch im Zweifel sofort beenden.
Niemals Bankdaten herausgeben
Grundsätzlich gilt: Polizei, Staatsanwaltschaft und andere Behörden verlangen am Telefon niemals die Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen zur Verwahrung. Auch Bankmitarbeiter fragen nicht telefonisch nach PINs, TANs, Passwörtern oder anderen Zugangsdaten.
Kontakt mit Angehörigen aufnehmen oder 110 wählen
Wer von einer angeblichen Notlage eines Angehörigen erfährt, sollte selbst über eine bekannte Telefonnummer Kontakt aufnehmen und die Situation überprüfen. Bei Zweifeln kann die örtliche Polizeidienststelle oder der Polizeinotruf 110 kontaktiert werden. Wichtig: Für den Rückruf sollte nicht die Nummer aus der Anrufliste und auch keine vom Anrufer genannte Telefonnummer verwendet werden.
Auch echte Telefonnummern können gefälscht sein
Besondere Vorsicht ist nach Angaben der Polizei auch dann geboten, wenn auf dem Display scheinbar die Telefonnummer einer Polizei, Bank oder anderen vertrauenswürdigen Stelle angezeigt wird. Solche Rufnummern können technisch manipuliert werden. Wer bereits Geld oder Wertgegenstände übergeben oder sensible Bankdaten preisgegeben hat, sollte unverzüglich die Polizei und gegebenenfalls seine Bank informieren.
Ältere Angehörige oder Bekannte aufklären
Die Polizei empfiehlt außerdem, insbesondere ältere Angehörige und Bekannte über die aktuellen Betrugsmaschen aufzuklären. Denn die Geschichten der Täter mögen sich ändern – das Ziel bleibt dasselbe: Vertrauen gewinnen, Druck erzeugen und an Geld oder sensible Daten gelangen.