Das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Wunsiedel wird aktuell von schweren Vorwürfen erschüttert. Ein leitender Mitarbeiter soll einen 9-jährigen Jungen über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben. Der Träger der Einrichtung, die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg, hat sich mittlerweile öffentlich zu dem Fall geäußert.
Schwere Vorwürfe gegen Kinderheim-Mitarbeiter
Nachdem das Heim bereits im Jahr 2023 wegen des Missbrauchs und der Tötung eines Mädchens im Licht der Öffentlichkeit gestanden hatte, folgte am Donnerstag (05. März) der nächste Schock: Wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, wird einem 49-jährigen Mitarbeiter vorgeworfen, sich zwischen 2023 und 2025 mehrfach an einem bis September 2024 in der Einrichtung untergebrachten Jungen vergangen zu haben. Der Mann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.
Katholische Jugendvorsorge äußert sich
„Am 09. Dezember 2025 erreichte die Geschäftsführung der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. die Nachricht aus dem Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Wunsiedel, dass ein Ermittlungsverfahren gegen einen leitenden Mitarbeiter eingeleitet wurde“, teilte die KJF am Donnerstag in einem Statement mit. „Aufgabe der KJF als Träger der Einrichtung ist es, die ermittelnden Behörden zu unterstützen, was unmittelbar erfolgte“, heißt es weiter.
KJF-Direktor informierte Personal
Darüber hinaus habe man die zuständigen Heimaufsichten und Jugendämter informiert. Der leitende Mitarbeiter sei bis auf Weiteres vom Dienst freigestellt und der zuständige Fachabteilungsleiter als kommissarischer Einrichtungsleiter eingesetzt. Bei einer Mitarbeiterversammlung des Kinder- und Jugendhilfezentrums St. Josef am 10. Dezember 2025 vor Ort in Wunsiedel sei schließlich das Personal der Einrichtung durch den geschäftsführenden Direktor der KJF informiert worden.
Verein will „kooperative und neutrale Rolle“ bei Ermittlungen einnehmen
„Die KJF sorgt für stabile Rahmenbedingungen in der Einrichtung, für die Kinder, Jugendlichen und Fachkräfte. Gleichzeitig nimmt sie eine kooperative und neutrale Rolle im Ermittlungsverfahren gegenüber den Behörden ein“, so der Verein. Während der laufenden Ermittlungen könne die KJF keine weiteren Aussagen treffen, bis zum Abschluss der Ermittlungen gelte die Unschuldsvermutung.
Unterstützung für Wunsiedler Leitungsteam
„Die KJF verhält sich im Rahmen ihres Krisenmanagements mit einer professionell bewährten Vorgehensweise. Die KJF unterstützt das Leitungsteam vor Ort und bezieht nach aktueller Lage in Mitarbeiterversammlungen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein“, heißt es abschließend.