Eine banale Auseinandersetzung um eine Sitzlehne eskalierte am Dienstag (12. Mai) in einem Fernreisebus auf der A9 völlig. Ein 38-jähriger Fahrgast griff einen Mitreisenden erst mit Faustschlägen und später mit einem Messer an. Dank des mutigen Eingreifens eines Zeugen konnte Schlimmeres verhindert werden.
Der vollbesetzte Reisebus befand sich auf dem Weg von Polen nach Italien, als es im Bereich Himmelkron (Landkreis Kulmbach) zum Konflikt kam. Ein 38-jähriger Pakistaner aus dem Landkreis München soll seinen Hintermann, einen 46-jährigen Polen, wiederholt durch das Zurückstellen der Rückenlehne provoziert haben. Als dieser ihn darauf ansprach, schlug der 38-Jährige unvermittelt zu und verletzte den Mann aus der Oberpfalz leicht im Gesicht. Ein Ersatzbusfahrer konnte die Kontrahenten zunächst trennen.
Kurz nach der ersten Auseinandersetzung suchte der Tatverdächtige jedoch die weitere Konfrontation. Er entnahm seinem Rucksack im Gepäckfach ein Einhandmesser und richtete es gegen seinen 46-jährigen Kontrahenten. Ein 25-jähriger Italiener erkannte die lebensbedrohliche Situation sofort: Er griff geistesgegenwärtig ein und entriss dem Angreifer die Waffe. Dabei erlitt der junge Mann leichte Schnittverletzungen an der Hand.
Der Bus, in dem sich insgesamt 49 Personen befanden, stoppte schließlich an der Anschlussstelle Bayreuth-Süd. Dort wartete bereits die Polizei und nahm den stark alkoholisierten Tatverdächtigen widerstandslos fest. Die Beamten ordneten eine Blutentnahme an und stellten das Messer sicher.
Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes aufgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der 38-Jährige einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der Mann wurde inzwischen in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.