Die Stadt Hof steht im Jahr 2026 vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Denn die Regierung von Oberfranken hat den Haushalt der Stadt nicht genehmigt. Ausschlaggebend ist vor allem die geplante Kreditaufnahme von rund 17,6 Millionen Euro, die nach Einschätzung der Regierung nicht mit der dauerhaften finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt vereinbar ist.
Laufende Ausgaben nicht vollständig aus eigenen Mitteln finanzierbar
Problematisch ist insbesondere, dass Hof seine laufenden Ausgaben nicht vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Statt einen Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt für Investitionen bereitzustellen, muss die Stadt 6,57 Millionen Euro aus dem Vermögenshaushalt zur Deckung laufender Kosten verwenden. Dafür werden Rücklagen eingesetzt. Dadurch besteht wiederum die Gefahr, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrücklage nach der Kredittilgung unterschritten wird.
Hof kann nicht mehr selbstständig entscheiden
Die Folge der fehlenden Genehmigung ist, dass Hof weiterhin in der sogenannten haushaltslosen Zeit wirtschaften muss. Die Stadt unterliegt damit bei ihren Ausgaben und finanziellen Entscheidungen den Einschränkungen der vorläufigen Haushaltsführung.
Erheblicher Investitions- und Sanierungsbedarf
Gleichzeitig besteht ein erheblicher Investitions- und Sanierungsbedarf. Allein für die Generalsanierung des Schulzentrums Rosenbühl werden inzwischen 75 bis 80 Millionen Euro veranschlagt. Weitere Millionenbeträge wären beispielsweise für die Friedrich-Ebert-Brücke, den Ausbau von Königstraße und Schleizer Straße, die Sanierung des Sportplatzes an der Ossecker Straße sowie für den Theresienstein und weitere städtische Einrichtungen erforderlich. Wie viele andere Kommunen in ganz Deutschland sieht sich auch die Stadt Hof mit erhöhten und steigenden Kosten in vielen Bereichen konfrontiert. Das betrifft insbesondere den Sozial- und Baubereich.
Lebens- und Aufenthaltsqualität im Mittelpunkt
Wir werden auch weiterhin jede Ausgabe genau betrachten müssen. Dennoch stehen Lebensqualität und Aufenthaltsqualität bei all unserem Handeln im Mittelpunkt. Hof soll auch weiterhin eine Stadt sein, in der man gerne lebt. Unser Ziel ist deshalb, zu sparen und zu konsolidieren, aber mit Augenmaß. Die Situation ist ernst, zugleich sehe ich darin auch eine Chance, Gewohntes zu hinterfragen und Dinge neu zu denken.
Stefan Schmalfuß, Oberbürgermeister Hof
Schwieriger Spagat für die Stadt Hof
Insgesamt steht die Stadt damit vor einem schwierigen Spagat: Einerseits muss sie ihre laufenden Kosten reduzieren und ihre finanzielle Leistungsfähigkeit verbessern, andererseits stehen zahlreiche dringend notwendige Investitionen an. Wie diese Aufgaben ohne eine weitere hohe Verschuldung bewältigt werden können, wird eine der zentralen Herausforderungen für Hof in den kommenden Jahren sein.