Do., 04.07.2013 , 11:17 Uhr

Kulmbach: Konjunkturerwartungen deutlich besser als in Bayern

Die Kulmbacher Wirtschaft überrascht mit einer deutlich besseren Konjunkturerwartung als zuletzt. 40 Prozent der Unternehmen rechnen laut Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken für die kommenden Monate mit einem Aufwärtstrend, nur 11 Prozent mit einer Verschlechterung. Damit haben sich die Erwartungen gegenüber der IHK-Konjunkturumfrage im Januar deutlich aufgehellt.„Die Kulmbacher Wirtschaft ist stark aufgestellt“, so IHK-Vizepräsident Michael Möschel. „Verschiedene Indikatoren sprechen dafür, dass sich die Kulmbacher Konjunktur wieder klar im Aufwärtstrend befindet.“ Die aktuelle Geschäftslage wird weiterhin überwiegend positiv beurteilt, wenngleich die Ergebnisse etwas schwächer ausfallen als zuletzt. 46 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut, nur 17 als schlecht. Getragen wird dieser Trend vor allem durch die Entwicklung des Auftragsvolumens im Ausland. Dass die aktuelle Geschäftslage nicht noch besser beurteilt wird, ist auf die gestiegenen Kosten, vor allem bei Gehältern, und die Ertragslage zurückzuführen, auch wenn sich letztere etwas verbessert hat.

Aussichten: Steigende Nachfrage

Für die kommenden Monate rechnen die Kulmbacher Unternehmer mit einer deutlichen Verbesserung. Dies ist vor allem auf die erwartete Nachfrageentwicklung im In- und Ausland zurückzuführen. „Die Unternehmen rechnen gerade in Nordamerika, Russland und der EU mit einer steigenden Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen aus der Region“, so Möschel. So ist es nicht überraschend, dass etliche Unternehmen mit einer erweiterten Kapazitätsauslastung rechnen. Die große Mehrheit der Unternehmen, 76 Prozent, rechnen mit steigenden Preisen, aber nur 35 Prozent rechnet damit, die steigenden Kosten auch an die Kunden weitergeben zu können.

Hohe Investitionsquote im Inland

Die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionen erhöhen will, ist in etwa so hoch wie die Zahl, die ihre Investitionen zurückfahren will. Gerade im Inland wird mit einer hohen Investitionsquote gerechnet. Im Mittelpunkt der geplanten Investitionen stehen Ersatzbeschaffungen sowie Produktinnovationen und Rationalisierungen. Die Investitionen im Ausland bleiben auf gleichem Niveau. „Vor allem in Asien, aber auch in Nordamerika und in Russland wollen die Unternehmen ihr Investitionsvolumen erhöhen, während in der EU weniger investiert werden soll“, so Möschel. „Im Ausland stehen Kapazitätserweiterungen und Produktinnovationen im Mittelpunkt der Planungen.“ 

Fachkräftemangel in Oberfranken

Geht es nach den Unternehmen, wird die Beschäftigtenzahl weiter leicht ansteigen. Dies setzt aber voraus, dass die Unternehmen auch die benötigten Fachkräfte finden. Aktuell fehlen im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken rund 17.000 Fachkräfte. „Aufgrund des demografischen Wandels handelt es sich hier immer weniger um einen konjunkturellen Einflussfaktor, sondern immer mehr um ein strukturelles Problem“, so IHK-Konjunkturexperte Peter Belina. In den kommenden 10 Jahren wird der Fachkräftemangel nach IHK-Prognosen bis auf 26.500 ansteigen. Belina: „Umso wichtiger werden deshalb Maßnahmen zur Abfederung des Fachkräftemangels – erste Unternehmen sind hier bereits auf einem guten Weg.“ Die IHK habe das Thema Fachkräftesicherung deshalb als Arbeitsschwerpunkt der kommenden Jahre definiert.  Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über Steuererhöhungen appelliert Vize-Präsident Möschel an die Politik. „Steigende Steuern würden die oberfränkische Wirtschaft jetzt zusätzlich belasten und damit den Aufwärtstrend jäh stoppen. Für den Wirtschaftsraum Kulmbach wäre dies ein fatales Signal.“

 


 

 

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