Weil eine 61-jährige Frau in Mitwitz (Landkreis Kronach) einen Schockanruf als Betrugsversuch erkannte, bereitete sie gemeinsam mit der Polizei eine fingierte Geldübergabe vor. Bei dem Einsatz am Mittwoch nahmen Beamte zwei Männer im Alter von 41 und 43 Jahren fest. Die Kriminalpolizei Coburg ermittelt.
Betrüger gaben sich als Polizisten aus
Am Dienstagmittag (3. November) erhielt die Frau einen Anruf von Unbekannten, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Sie behaupteten, eine rumänische Einbrecherbande sei in der Nachbarschaft unterwegs. Bei den Tatverdächtigen habe man eine Liste gefunden, auf der auch der Name der 61-Jährigen stehe.
Anrufer setzen vermeintliches Opfer unter Druck
Im weiteren Gespräch fragten die Anrufer nach Bargeld und Wertgegenständen. Diese sollten angeblich in amtliche Verwahrung genommen und so vor den Einbrechern geschützt werden. Um ihre Geschichte glaubwürdig erscheinen zu lassen, leiteten die Betrüger die Frau mehrfach an vermeintliche Polizeibeamte und Staatsanwälte weiter. Dabei setzten sie ihr gezielt unter Druck.
Anrufe über österreichische Rufnummer
Die Anrufe erfolgten unter anderem über eine österreichische Rufnummer. Schließlich beendeten die Unbekannten das Gespräch und kündigten an, sich am nächsten Tag erneut zu melden.
41-Jähriger bei Übergabe festgenommen
Als die Betrüger am Mittwochmorgen tatsächlich wieder anriefen und eine Übergabe vereinbarten, spielte die Frau mit. Sie bereitete einen Stoffbeutel vor, legte jedoch statt Bargeld oder Wertgegenständen lediglich ein Buch hinein. Gleichzeitig verständigte sie die Polizei in Kronach. Bei der vereinbarten Übergabe in Mitwitz griffen die Beamten zu und nahmen einen 41-jährigen deutsch-kasachischen Mann fest.
Bei BMW-Fahrer klicken die Handschellen
Kurz darauf fiel einer Zivilstreife ein Fahrzeug mit tschechischem Kennzeichen auf, das gerade weggefahren war. Die Polizisten stoppten den BMW in unmittelbarer Nähe. Bei dem 43-jährigen deutschen Fahrer stellten sie drogentypische Auffälligkeiten fest. Ein Urintest reagierte positiv auf THC. Deshalb ordneten die Beamten eine Blutentnahme an. Zudem stellten sie den BMW sicher und nahmen auch den Fahrer fest.
Kriminalpolizei ermittelt Zusammenhang
Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei Coburg übernommen. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass die beiden Männer miteinander in Verbindung stehen. Wie genau sie in den Betrugsversuch eingebunden waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.