Fr., 19.06.2026 , 09:10 Uhr

Landkreis Kulmbach

Nächtliche Zwangspause auf der A9: Schülergruppe aus Polen strandet bei Marktschorgast

Schüler spielen Volleyball zum Zeitvertreib

Eine defekte Dieselleitung hat in der Nacht auf Freitag (19. Juni) eine polnische Schülergruppe auf der A9 unfreiwillig ausgebremst. Der Reisebus, der mit 52 Jugendlichen im Alter von 17 bis 18 Jahren sowie mehreren Lehrkräften aus dem Großraum Posen (Poznań) in Richtung Berlin unterwegs war, erlitt auf Höhe Marktschorgast (Landkreis Kulmbach) eine folgenschwere Fahrzeugpanne.

Zwei Kilometer lange Dieselspur auf der Autobahn

Infolge des technischen Defekts verlor das Fahrzeug eine erhebliche Menge Kraftstoff und blieb schließlich auf dem Standstreifen liegen. Zuvor hatte der Bus bereits eine rund zwei Kilometer lange Dieselspur auf der Fahrbahn hinterlassen. Eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Bayreuth erkannte die Gefahr und alarmierte umgehend die Integrierte Leitstelle. Die Feuerwehren aus Himmelkron, Lanzendorf, Marktschorgast und Neuenmarkt rückten daraufhin gemeinsam mit der Autobahnmeisterei Münchberg aus, um die Unfallstelle abzusichern und die rutschige Fahrbahn zu reinigen. Für die Dauer der Arbeiten mussten der Standstreifen sowie die rechte Fahrspur in Richtung Norden gesperrt werden.

Feuerwehr evakuiert 52 Jugendliche zum Autohof

Währenddessen organisierte das polnische Busunternehmen einen technischen Servicedienstleister aus Bayreuth. Ein Reparaturversuch noch vor Ort scheiterte jedoch, da die benötigten Ersatzteile nicht vorrätig waren. Die schnellste Lösung: Die Teile mussten direkt aus Polen geliefert werden – was eine Wartezeit von mehreren Stunden bedeutete. Um die Jugendlichen nicht der Gefahr auf dem Autobahnrandstreifen auszusetzen, reagierte die Feuerwehr schnell und unbürokratisch. Mit mehreren Feuerwehrfahrzeugen wurden die 52 Schülerinnen und Schüler samt ihrem Gepäck in feuerwehrüblichen „Shuttle-Aktionen“ innerhalb weniger Minuten in Sicherheit gebracht und zu einem nahegelegenen Autohof transportiert. Kurz darauf konnte auch der havarierte Bus dorthin abgeschleppt werden.

Volleyball statt Weiterfahrt

Trotz der stundenlangen Verzögerung ließen sich die Jugendlichen die Laune nicht verderben. Als eine Polizeistreife den Autohof einige Stunden später zur Nachschau überprüfte, bot sich den Beamten ein überraschend entspanntes Bild: Die Schülergruppe hatte das Beste aus der Situation gemacht und spielte ausgelassen Volleyball auf dem leeren, angrenzenden Parkplatzgelände, während sie auf die Ankunft der Ersatzteile wartete.

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