Seit Ende letzten Jahres wird der Bereich um den Coburger Bahnhof mit Videokameras überwacht. Denn er gilt als ein Hotspot der Kriminalität. Die Zahl der Straftaten ist dort in der Vergangenheit massiv angestiegen. Nun ist die Videoüberwachung seit einigen Wochen in Betrieb und die Polizei zieht eine erste Bilanz.
Versuchtes Tötungsdelikt und weitere Straftaten rund um den Bahnhof
Das Polizeipräsidium Oberfranken bestätigt auf Nachfrage von TVO, dass es in den vergangenen Wochen zu mehreren Delikten rund um den Coburger Bahnhof gekommen ist. Dazu gehören unter anderem Bedrohungs-, Beleidigungs- und Körperverletzungsdelikte. Zudem wurden auch ein versuchtes Tötungsdelikt, ein Fahren ohne Fahrerlaubnis, eine Trunkenheitsfahrt und ein Rauschgiftdelikt registriert. "In diesen Fällen erwies sich die Videoüberwachung als ein äußert hilfreiches Mittel, insbesondere zur Identifizierung von Tatverdächtigen sowie zur Gewinnung ermittlungsrelevanter Erkenntnisse und Beweismittel," heißt es in dem Statement der Polizei. Die Polizei setzt zudem auf die präventive Wirkung der Videoüberwachungsanlage. Aus Sicht der Polizei zeigen die ersten vier Wochen bereits die Notwendigkeit und den Nutzen dieser Maßnahme am Coburger Bahnhof. Aus ermittlungstaktischen Grünen kann sich die Polizei derzeit nicht zu den einzelnen Fällen äußern.
Immer höhere Zahlen von Straftaten
Wie eine statistische Erhebung zur Entwicklung von 2022 bis 2024 zeigt, ist die Zahl der Straftaten massiv angestiegen. Insgesamt wurden im gesamten Coburger Stadtgebiet rund 2.830 Straftaten verzeichnet. Dabei stieg der Anteil der Vorfälle im Bereich des Bahnhofsvorplatz von rund 2,6 Prozent (2022) auf rund 5,9 Prozent (2024). Deshalb haben sich das bayerische Innenministerium, die Stadt Coburg, die Polizei Coburg und das Polizeipräsidium Oberfranken gemeinsam für eine Videoüberwachung entschieden. (TVO berichtete).