Do., 28.05.2026 , 08:43 Uhr

Landkreis Hof

Waffen, NS-Symbole und viel Bargeld: Zoll stoppt Duo auf der A9 bei Berg

Polizei findet Revolver, Schrotflinte und Munition

Zöllnern der Kontrolleinheit Verkehrswege Selb des Hauptzollamts Regensburg ist auf der Autobahn 9 bei Berg (Landkreis Hof) ein spektakulärer Ermittlungserfolg gelungen. Bei der Überprüfung eines Autos entdeckten die Beamten nicht nur illegale Waffen und Munition, sondern auch Gegenstände mit verfassungswidrigen Kennzeichen sowie erhebliche Mengen Bargeld. Zwei italienische Staatsangehörige wurden vorläufig festgenommen.

Widersprüche bei der Verkehrskontrolle

Die Zöllner hatten den in Deutschland zugelassenen Pkw für eine routinemäßige Kontrolle aus dem Verkehr gezogen. Im Fahrzeug befanden sich zwei Männer aus Italien, von denen der Beifahrer seinen Wohnsitz in Deutschland hat. Die Reisenden gaben zunächst an, auf dem schnellen Weg in ihre Heimat zu sein, da die Mutter des Beifahrers am selben Tag verstorben sei. Der Fahrer, angeblich ein Angestellter des Beifahrers, habe das Steuer übernommen, da der Beifahrer unter zwei gebrochenen Rippen leide. Die Frage nach verbotenen Gegenständen oder anmeldepflichtigen Waren wurde von beiden Männern verneint. Auch gaben sie an, lediglich 200 bis 300 Euro Bargeld mitzuführen.

Kokain-Test positiv – Kontrolle verlegt

Diese Angaben stellten sich jedoch schnell als falsch heraus. Bereits bei einer ersten Durchsuchung im Fahrzeug stießen die Einsatzkräfte auf eine Umhängetasche voller 100-Euro-Scheine. Der Fahrer korrigierte seine Aussage und sprach nun von 9.500 Euro, die für einen Fahrzeugkauf gedacht gewesen seien. Auch der Beifahrer räumte plötzlich ein, weitere 10.000 Euro im Wagen zu haben, konnte jedoch nicht sagen, wo sich das Geld genau befinde. Aufgrund der unklaren Lage und eines positiven Drogentests beim Fahrer, der auf Kokain anschlug, wurde die Kontrolle schließlich auf die nahegelegene Dienststelle verlegt.

Waffen, Munition und Hakenkreuze im Kofferraum

Unter dem Druck der weiteren Durchsuchung packte der Beifahrer auf der Dienststelle schließlich aus und gestand, dass sich Waffen im Fahrzeug befänden. Im Kofferraum stießen die Zöllner daraufhin in einer Reisetasche auf einen Revolver, eine Schrotflinte sowie insgesamt 46 Schuss der passenden Munition. Zudem befand sich darin eine schwarze Geldtasche mit weiteren 10.300 Euro Bargeld, das laut Angaben des Beifahrers aus dem Privatverkauf von Goldmünzen seiner Eltern stammen sollte. Die genaue Nachzählung des Bargelds beim Fahrer ergab zudem eine Summe von glatt 10.000 Euro. Der brisanteste Fund folgte schließlich in der Umhängetasche des Beifahrers. Hier entdeckten die Beamten mehrere Gegenstände mit verfassungswidrigen Kennzeichen, darunter Objekte mit Hakenkreuzsymbolen und nationalsozialistischen Aufschriften.

Strafverfahren eingeleitet

Sämtliche Waffen, die Munition, die NS-Devotionalien sowie das Bargeld und weitere Beweismittel wurden von den Behörden umgehend sichergestellt. Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz in Verbindung mit Bannbruch leiteten die Zollbehörden gegen beide Männer Strafverfahren ein. Die beiden Tatverdächtigen wurden vorläufig festgenommen.

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