Die IG Metall ruft am Dienstag (3. November) in 41 bayerischen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie zu vorübergehenden Arbeitsniederlegungen auf. Damit reagiert die Gewerkschaft auf das aus ihrer Sicht unzureichende Arbeitgeberangebot und macht sich unter anderem für fünf Prozent mehr Lohn sowie höhere Ausbildungsvergütungen stark.
Kundgebungen in Coburg, Ebermannstadt und Mistelgau
Die größten Protestaktionen finden im Laufe des Tages in Augsburg, Passau und Aschaffenburg statt. In Oberfranken ist bei der Firma Waldrich in Coburg eine Kundgebung angekündigt. Die Unternehmen Kennametal und Borg Warner rufen zu einem Demozug sowie einer gemeinsamen Kundgebung in Ebermannstadt (Landkreis Forchheim) auf. Außerdem geht die Nachtschicht des Kennametal-Werks in Mistelgau (Landkreis Bayreuth) in den Warnstreik. Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott betonte, man wolle den Druck auf die Arbeitgeber nun spürbar erhöhen und die Streikaktivitäten im Wochenverlauf sogar noch weiter steigern.
Verhärtete Fronten im aktuellen Tarifstreit
Auslöser der Protestwelle ist die zweite Tarifverhandlung in Coburg, bei der die Arbeitgeber lediglich 1,3 Prozent mehr Geld nach 20 Monaten in Aussicht stellten. Die Gewerkschaft fordert im Gegenzug eine Entgelterhöhung um fünf Prozent sowie 110 Euro mehr für Auszubildende bei einer überschaubaren Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem pocht die Arbeitnehmervertretung auf eine Gewinnbeteiligung für profitabel arbeitende Betriebe und eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen. Um die bayerischen Standorte langfristig abzusichern, verlangt die IG Metall von den Arbeitgebern überdies verbindliche Gespräche über Zukunft und Beschäftigungssicherung.