Der 49-jährige Tatverdächtige, der sich seit Anfang März dieses Jahres wegen des dringenden Tatverdachts des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Untersuchungshaft befand, wurde am Dienstagabend (25. August) bei einem Kontrollgang tot in seiner Haftzelle in der Justizvollzugsanstalt Hof aufgefunden. Der Tatverdächtige erhängte sich in seiner Zelle. Eine Fremdeinwirkung schließen die Ermittler aus.
49-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in U-Haft
Seit über sechs Monaten war eine Ermittlungskommission der Kriminalpolizei Hof mit Unterstützung weiterer oberfränkischer Dienststellen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Hof dem Tatverdacht nachgegangen, dass der 49-jährige Deutsche, der bis Dezember 2025 in einer führenden Funktion im Kinder- und Jugendhilfezentrums St. Josef in Wunsiedel tätig war, einen sieben- bis neunjährigen Jungen im Zeitraum von 2023 bis 2025 sexuell missbraucht haben soll.
Mutter des Kindes zeigt 49-Jährigen an
Wie TVO berichtete, erstattete die Mutter des Kindes im Herbst 2025 Anzeige gegen den 49-Jährigen. Bei Durchsuchungen im Dezember 2025 und Ende März 2026 am Wohnort, an der Arbeitsstelle und an weiteren Orten wurde eine Vielzahl an Beweismitteln sichergestellt, darunter zahlreiche Datenträger. Nachdem sich der Tatverdacht zwischenzeitlich erhärtet hatte, befand sich der 49-Jährige seit Anfang März 2026 in Untersuchungshaft.
Ermittler finden vierstellige Anzahl an Dateien mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten
Die Ermittler stellten im Rahmen der Untersuchungen fest, dass bereits vor der Festnahme des Beschuldigten mehrere mobile Endgeräte zurückgesetzt worden waren. In kleinteiliger Ermittlungsarbeit werteten die Polizisten Tausende digitale Spuren aus und vernahmen mehr als hundert Personen. Die Ermittler fanden eine vierstellige Anzahl an Dateien mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten. Der Tatverdächtige stand im Verdacht, eine dreistellige Anzahl dieser Dateien selbst hergestellt zu haben.
Staatsanwaltschaft erhob im August Anklage gegen den 49-Jährigen
Aufgrund der vorliegenden Ermittlungsergebnisse erhob die Staatsanwaltschaft Hof am 24. August Anklage gegen den 49-Jährigen beim Landgericht Hof. Ihm wurden mehrere Delikte nach dem Sexualstrafrecht, darunter der mehrfache schwere sexuelle Missbrauch und die Vergewaltigung des Kindes sowie der Besitz und das Herstellen kinderpornografischer Inhalte, vorgeworfen.
Berichterstattung über Selbstmorde
In aller Regel berichten wir nicht über Suizide, um keinen Anreiz für Nachahmungen zu geben – außer Suizide erfahren durch die Umstände eine besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst Selbsttötungsabsichten haben, dann kontaktieren Sie bitte sogleich die Telefonseelsorge unter der Adresse telefonseelsorge.de. Unter der kostenlosen Hotline 0800 -111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen Ihnen aufzeigen können.