Fr., 20.03.2026 , 12:49 Uhr

Stadt Bamberg

Cybercrimestelle Bamberg: Internationaler Schlag gegen kinderpornographische Darknet-Plattformen

Nutzer verurteilt - Betreiber ermittelt und gesucht

Die Ermittler des Dezernats Cybercrime beim Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) und das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg beschäftigen sich seit Mitte 2021 mit der Darknet-Plattform „Alice with Violence CP“, auf welcher vorrangig kinderpornographische Inhalte gegen eine Bezahlung mit Bitcoins (BTC) angeboten wurden. Nun konnte der mutmaßliche Betreiber ermittelt und 373.000 Darknet-Seiten abgeschaltet werden. Zudem wurde weltweit 440 Nutzer dieser Plattformen ermittelt. Auch im Landkreis Forchheim fanden Durchsuchungen statt.

Kinderpornographische Inhalte zum Kauf angeboten 

Bei den intensiven Ermittlungen zeigte sich, dass der Täter über 373.000 onion-Domains (Internetseiten) im Darknet betrieb. Das Fundament dieses Netzwerks bildeten insgesamt 122 Plattformvarianten, die tausendfach vervielfältigt wurden. Dort wurden neben Kinderpornographie auch diverse Cybercrime-as-a-Service-Leistungen zum Schein angeboten. Potenzielle Kunden sollten so ohne Gegenleistung zu einer Zahlung animiert werden. Im Zeitraum von Februar 2020 bis Juli 2025 bot der Täter auf 32 unterschiedlichen Plattformen kinderpornographische Inhalte zum Kauf an.

Familienvater aus Bayern verurteilt

Die Ermittlungen richteten sich auch gegen ca. 600 Nutzer der Plattformen, die im Zeitraum von Februar 2020 bis Juli 2025 Zahlungen veranlasst hatten. Anfang August 2023 durchsuchten Ermittler des BLKA zum Beispiel das Haus eines 31-jährigen Familienvaters aus dem Landkreis Starnberg. Dieser hatte 20 US-Dollar auf die Darknet-Plattform „CP Video HD“ transferiert, um 70 GB an kinderpornographischen Videos und Bildern zu erwerben. Der Mann ist inzwischen rechtskräftig verurteilt.

Durchsuchung auch in Forchheim

Unter dem Namen „OP Alice“ begann am 09. März 2026 eine weltweite Aktion gegen die Nutzer. In neun Bundesländern (Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen) fanden 14 Durchsuchungen statt. Insgesamt wird hier gegen 14 Tatverdächtige ermittelt. Die Durchsuchungen in Bayern fanden in den Landkreisen Forchheim und Main-Spessart statt. Im Zeitraum vom 9. bis 19. März 2026 beteiligten sich insgesamt 23 Staaten an der „OP Alice“. Im gesamten Ermittlungskomplex wurden Verfahren gegen insgesamt 89 Beschuldigte aus Deutschland geführt.

Internationale Fahndung nach mutmaßlichem Betreiber

Neben den Käufern, wurde auch gegen den Plattform-Betreiber ermittelt. Auf allen dem Täter zuordenbaren Plattformen transferierten ca. 10.000 Nutzer weltweit ca. 400.000 USD bzw. ca. 18 Bitcoins. Schließlich konnte auch der Betreiber trotz Verwendung von spurenverschleiernden Kryptowährung-Mixing-Diensten durch die Ermittlungen identifiziert werden. Es soll sich bei diesem um einen 35-jährigen Mann aus China handeln. Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat einen Haftbefehl gegen ihn erwirkt. Nach dem Mann wird nun international gefahndet.

Ermittlungen gehen weiter 

Am 17. März 2026 wurden insgesamt 105 Server, auf denen sich zu diesem Zeitpunkt über 373.000 Darknet-Seiten befanden, beschlagnahmt. Die Webseiten sind nunmehr mit einem Beschlagnahmebanner versehen. Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen wurden eine Vielzahl von elektronischen Datenträgern, Mobiltelefonen und PCs sichergestellt. Die Ermittlungen im Gesamtkomplex dauern auch mit Unterstützung von INTERPOL an.

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