Ein vermeintlich cleveres Fahrmanöver eines 49-jährigen Lastwagenfahrers hat am Donnerstag (28. Mai) an der Anschlussstelle Marktschorgast (Landkreis Kulmbach) zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und einem Unfall geführt. Wegen eines vorangegangenen Verkehrsunfalls auf der Autobahn in Fahrtrichtung München musste die Auffahrt der Anschlussstelle Marktschorgast von den Einsatzkräften zeitweise mit Leitkegeln abgesperrt werden. Damit sollte verhindert werden, dass sich der Stau durch nachfolgende Fahrzeuge weiter vergrößert.
Riskantes Manöver auf der Kreisstraße
Gegen 8:15 Uhr wollte der 49-jährige Fahrer eines Sattelzuges, der auf der Kreisstraße 2 in Richtung Marktschorgast unterwegs war, die Sperrung jedoch nicht akzeptieren. Um trotz der Blockade in einem Zug auf die A9 zu gelangen, wählte er eine riskante Route: Er nutzte zunächst die Linksabbiegespur zum dortigen Autohof und bog anschließend nach rechts auf die Abfahrt der Autobahn ab. Hierbei übersah der Lkw-Fahrer allerdings eine 38-jährige BMW-Fahrerin, die ordnungsgemäß auf der Kreisstraße in Richtung Marktschorgast weiterfahren wollte.
Kollision trotz Vollbremsung
Die Autofahrerin wurde von dem plötzlichen Manöver des schweren Sattelzugs völlig überrascht. Obwohl sie sofort versuchte, hupend auf sich aufmerksam zu machen, stoppte und so weit wie möglich zurücksetzte, konnte sie den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Glücklicherweise wurde bei dem Unfall niemand verletzt. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei Stadtsteinach auf rund 10.000 Euro. Für den rumänischen Lkw-Fahrer hat die Aktion ein teures Nachspiel: Ihn erwartet nun ein empfindliches Bußgeld. Die Bergungsarbeiten und die Unfallaufnahme sorgten im morgendlichen Berufsverkehr für zusätzliche Verzögerungen.