Die SpVgg Bayreuth kritisiert die ihrer Meinung nach zu kurzfristige Information über die Entscheidung des Bayerischen Fußball-Verbands bei der Abstimmung über eine mögliche Reform der Regionalligen. Abgestimmt wurde am Montag (29. Juni) im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg.
Streit über 18 oder 20 Mannschaften pro Liga
Streitpunkt ist die eventuelle Einführung des sogenannten Kompassmodells bei der Zusammenlegung der aktuell fünf Regionalligen auf nur noch vier Ligen. Dabei geht es um die Frage, ob künftig 18 oder 20 Mannschaften vertreten sein sollen. So heißt es in einer Pressemitteilung der SpVgg Bayreuth:
„Variante stand nicht zur Wahl“
Die SpVgg Bayreuth hat sich bei der Abstimmung zur Regionalliga-Reform am Montag klar für das von der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ vorgestellte Kompassmodell mit 20 Vereinen pro Staffel ausgesprochen. Genau diese Variante stand im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbands jedoch nicht zur Wahl. Stattdessen wurde in Bayern über eine angepasste Version mit 18 Vereinen pro Staffel abgestimmt.
Argumente nicht entsprechend gehört und berücksichtigt
Weiter heißt es: Kritisch sehe man, dass im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbands nicht ausreichend über die Variante mit 20 Vereinen pro Staffel habe sprechen können. Die Argumente für eine 20er-Liga seien aus der Sicht der SpVgg Bayreuth nicht in der notwendigen Tiefe gehört und berücksichtigt worden.
Viele Vorteile bei 20er-Liga
So lägen die Vorteile einer 20er-Liga auf der Hand: Sie würde wirtschaftlich bessere Rahmenbedingungen schaffen, weil zusätzliche Heimspiele mehr Planungssicherheit, höhere Zuschauereinnahmen, zusätzliche Spieltagsumsätze und bessere Vermarktungsmöglichkeiten ermöglichten. Gleichzeitig könnten mehr bayerische Vereine dauerhaft Teil der Regionalliga bleiben.
Enthaltung nicht zugelassen
Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen habe sich die SpVgg Bayreuth bei der Abstimmung enthalten. Eine Enthaltung sei vom Bayerischen Fußball-Verband jedoch nicht zugelassen worden. Gerade bei einer so grundlegenden Entscheidung hätte man sich mehr Transparenz, mehr Einbindung und die Möglichkeit einer Enthaltung gewünscht, so in der Pressemitteilung aus Bayreuth.
BVF: „Behauptung entspricht nicht den Tatsachen“
Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) wehrt sich gegen die Vorwürfe. So heißt es:
Er stellt für sich und sein Vorgehen unmissverständlich klar, dass es im Vorfeld der jetzt durchgeführten Vereinsabstimmung zu einer möglichen Regionalliga-Reform nachweislich zu keinerlei kurzfristigen Veränderungen beim sogenannten „Kompassmodell“ gekommen ist. Das Gegenteil zu behaupten, entspricht nicht den Tatsachen. Der BFV hat den Prozess stets mit maximaler Transparenz gegenüber seinen Mitgliedsvereinen geführt.
Entscheidung des DFB im April kommuniziert
So habe sich die beim DFB angesiedelte Arbeitsgruppe die Frage, wie viele Mannschaften, 18 oder 20, beim „Kompassmodell“ in den vier Ligen spielen, in ihrem Abschlussbericht vom 31. März 2026 offengelassen und diese Entscheidung ausdrücklich den künftigen Regionalliga-Trägern übertragen. Exakt so sei es auch den bayerischen Vereinsverantwortlichen beim Treffen am 13. April 2026 in Fürth kommuniziert und in der bundesweit einheitlichen DFB-Präsentation veranschaulicht dargestellt worden.
Regionalliga-Träger gemeinsam auf Ligenstärke festgelegt
Der BFV sei seinem Auftrag aus der Arbeitsgruppe gemeinsam mit den weiteren vier Trägern nachgekommen und habe sich am 02. Juni 2026 auf eine etablierte Ligenstärke mit 18 Mannschaften festgelegt. Dieser Beschluss sei einstimmig gefasst. Eine Übergangssaison zunächst mit 20 Mannschaften und einem verstärkten Abstieg zu spielen, sei zudem explizit möglich gewesen.
Bundesweit noch keine einheitliche Einigung über Modelle
Laut Informationen des Sportportals „kicker“ gibt es bundesweit noch keine einheitliche Einigung, welches Modell bei der Regionalligen-Reform greifen soll. Denn alle Vereine müssten sich bundesweit auf ein Modell einigen. So habe man sich Südwesten mehrheitlich für das Regionen-Modell entschieden. Dabei sollen aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden. Dabei würden die Regionalligen West und Südwest bestehen bleiben.
Entwicklung lauf BFV erwartbar
Laut BFV-Präsident Christoph Kern sei es nicht überraschend gewesen, dass es noch nicht das eine Modell für eine Lösung gebe. Eine Lösung der Aufstiegsfrage könne nur nachhaltig sein, wenn sie überragende Mehrheit der betroffenen Klubs auch mittrage. Die Ergebnisse würden nun zeitnah mit dem DFB erörtert, um den weiteren Fortgang zu besprechen.
Weitere Vorschläge in der Diskussion
Zur Diskussion steht außerdem noch der Vorschlag „Zwei-Phasen-Modell“. Hier soll nach der einfachen Hinrunde in den bisherigen fünf Staffeln eine Aufteilung der Top-Teams in eine viergleisige Aufstiegsrunde erfolgen, wobei die Abstiegsrunden in den bislang fünf regionalen Ligen ausgespielt würden. Eine weiterer Variante nennt sich „22/5“. Dabei soll die 3. Liga auf 22 Mannschaften mit dann fünf Absteigern aufgestockt werden.