Die Kommunalwahl 2026 in Oberfranken zeigte am Sonntag (08. März) eindrucksvoll, wie lebendig und umkämpft die kommunale Demokratie im Sendegebiet ist. In Städten, Gemeinden und Landkreisen ging es um zentrale politische Weichenstellungen – gewählt wurden Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte. Vielerorts verfolgten Bürgerinnen und Bürger die Auszählung bis spät in den Abend bei TVO mit großer Spannung.
Die Wahlergebnisse brachten ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite stehen in Oberfranken klare Siegerinnen und Sieger, die sich bereits im ersten Wahlgang durchsetzen konnten – ebenso wie deutliche Verlierer, für die sich der politische Traum vorerst erledigt hat. Auf der anderen Seite aber blieb in zahlreichen Kommunen die entscheidende Mehrheit aus. Dort fiel am Wahlabend (08. März) noch keine endgültige Entscheidung.
Stichwahl am 22. März
Damit ist klar: Die Kommunalwahl in Oberfranken geht vielerorts in die Verlängerung. In mehreren Städten, Gemeinden und Landkreisen kommt es zu Stichwahlen, die am Sonntag (22. März) stattfinden werden. Dann entscheidet sich endgültig, wer künftig die Rathäuser und Landratsämter führt.
Neben 20 Stichwahlen bei den "kleineren" Bürgermeisterwahlen stehen diese neun großen Stichwahlen in zwei Wochen in Oberfranken noch aus und bringen dann die finalen Entscheidungen:
Ein besonders knappes Rennen zeichnet sich in der Stadt Bamberg ab. Dort treten Jonas Glüsenkamp (Grüne) mit 30,3 Prozent und Sebastian Martins Niedermaier (SPD) mit 29,0 Prozent gegeneinander an. Der bisherige Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) war nicht mehr angetreten.
In der Stadt Bayreuth kommt es zu einem Duell zwischen dem SPD-Kandidaten Andreas Zippel und dem amtierenden Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU). Zippel lag im ersten Wahlgang mit 34,9 Prozent vorn, Ebersberger erreichte 28,2 Prozent. In der Stadt Pegnitz verpasste der amtierende Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (PEG) mit 49,2 Prozent sehr knapp die Schwelle von 50 Prozent. Nierhoff muss in Pegnitz jetzt mit Stefan Krieg (CSU) - der 30,7 Prozent verbuchte - in die Stichwahl.
In Neustadt bei Coburg ging es am Wahlsonntag äußerst knapp zu. Amtsinhaber Frank Rebhan (SPD) verlor mit 33,5 Prozent gegen den CSU-Kandidaten Dominik Heike (CSU), der auf 33,7 Prozent kam. Bei der Stichwahl in zwei Wochen wird es zwischen diesen beiden Oberbürgermeister-Kandidaten zum finalen Showdown kommen. Dann wird sich zeigen, ob Rebhan seinen Schreibtisch räumen muss, den er seit 1995 innehat.
Auch bei den großen Wahlen im Landkreis Forchheim gibt es noch keine Entscheidung. In Forchheim wird der Oberbürgermeister erst in der Stichwahl bestimmt. CSU-Kandidatin Martina Hebendanz erreichte 33,2 Prozent und tritt gegen Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD) an, der auf 28,6 Prozent kam. Auch auf Landkreisebene fehlt die finale Entscheidung. Hier kommt es zum Duell der Christ-Sozialen mit den Freien Wählern. Am Sonntagabend erzielte Oliver Flake (CSU) 41,9 Prozent der Stimmen, Hanngörg Zimmermann (FW) kam auf 28,2 Prozent.
Die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Hof müssen am 22. März ebenfalls noch einmal den Gang zur Wahlurne antreten. Hier kommt es zum Aufeinandertreffen von Oliver Schmalfuß (CSU / 39,4 Prozent) und Amtsinhaberin Eva Döhla (SPD / 33,8 Prozent).
Noch keine Entscheidung ist in der Kreisstadt Kronach gefallen. Amtsinhaberin Angela Hofmann (CSU) erhielt 46,5 Prozent. Für sie geht es gegen Michael Zwingmann (FW). Der Mann der Freien Wähler kam auf 20,4 Prozent.
In der Stadt Kulmbach wurde Oberbürgermeister Ingo Lehmann abgestraft. Der SPD-Politiker schaffte es mit 21,0 Prozent nicht mal mehr in die Stichwahl. In diese gehen Ralf Hartnack (WGK / 33,7 Prozent) und Frank Wilzok (CSU / 33,6 Prozent).
Die großen Bürgermeisterwahlen im Landkreis Lichtenfels, in Bad Staffelstein und in Lichtenfels, endeten mit einem deutlichen Sieger. In zwei kleineren Kommunen müssen die Wählerinnen und Wähler aber noch einmal ran.
Die vier großen Wahlen im Landkreis Wunsiedel wurden bereits am Sonntagabend (08. März) entschieden. Die Amtsinhaber Peter Berek (Landrat des Landkreises Wunsiedel), Oliver Weigel (Oberbürgermeister von Marktredwitz), Ulrich Pötzsch (Oberbürgermeister von Selb) und Nicolas Lahovnik (Bürgermeister von Wunsiedel) können erneut den Chefsessel für sich erringen. Im Landkreis Wunsiedel gibt es dennoch zwei kleinere Stichwahlen...