Di., 13.10.2026 , 13:09 Uhr

Stadt Coburg

Schwerer Vorwurf in Coburg: Hausarzt soll Jugendliche missbraucht haben

Intime Untersuchungen unter dem Vorwand einer bezahlten Studie

Ein Hausarzt aus dem Landkreis Coburg sitzt derzeit wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen in Untersuchungshaft. TVO hat am 26. August 2026 darüber berichtet. Nachdem die Ermittler sich zu diesem Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht äußern wollten, gibt es jetzt aktuell neue Erkenntnisse.

Studie diente wohl nur als Vorwand für Missbrauch

So soll der Arzt Medienberichten zufolge Jugendliche im Rahmen einer angeblichen wissenschaftlichen Studie an intimen Körperstellen untersucht zu haben. Zudem soll er die Jugendlichen dafür bezahlt haben. So vermuten die Ermittlungsbehörden, dass die angebliche Studie lediglich dazu diente, die Untersuchungen zu rechtfertigen, wie weiter berichtet wird.

Zahlreiche Foto- und Videoaufnahmen

Bei der Durchsuchung der Praxis des privaten Wohnhauses des beschuldigten Mediziners wurden demnach zahlreiche Beweismittel sichergestellt. Darunter befänden sich auch intime Fotos und Videoaufnahmen.

Ermittler vermuten vor allem männliche Opfer

Nach Einschätzung der Ermittler könnten zahlreiche vor allem männliche Jugendliche von den mutmaßlichen Handlungen betroffen sein. Um den Sachverhalt aufzuklären, habe die Staatsanwaltschaft Coburg Fragebögen an eine dreistellige Zahl von Patienten verschickt, heißt es weiter. Darin würden die Betroffenen unter anderem gebeten, ihre Erfahrungen mit den Untersuchungen zu schildern. Außerdem gehe es um mögliche Beschwerden, den Umgang mit angefertigten Bildaufnahmen und die Frage, ob sie für ihre Teilnahme an der vermeintlichen Studie Geld erhalten haben.

Studie wird auf medizinische Notwendigkeit geprüft

Ein weiterer Bestandteil des Verfahrens sei die Einschätzung eines medizinischen Sachverständigen. Dieser solle prüfen, wie die behaupteten Untersuchungen im Zusammenhang mit der angeblichen Studie medizinisch einzuordnen seien.

Beweise werden noch ausgewertet

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft dürfte die Auswertung der Beweise und der Patientenbefragungen noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

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