Mi., 24.03.2021 , 11:42 Uhr

"Zunehmende aggressive Gesamtstimmung": GdP Bayern fordert Versammlungs-Lockdown!

Vorfälle wie in Kassel am letzten Wochenende soll es in Bayern nicht geben

Nach den Corona-Demonstrationen und Gegenprotesten der letzten Zeit, wie unter anderem am letzten Wochenende im hessischen Kassel, befürchtet der bayerische Landesbezirk der Gewerkschaft der Polizei ähnliche Szenarien für das kommende und das Osterwochenende auch in Bayern. Um verletzte Polizisten und Demonstranten, Festnahmen und Platzverweise sowie Verstöße gegen Infektionsschutzregeln zu verhindern, fordert die Gewerkschaft jetzt unter anderem einen zeitlich begrenzten „Versammlungs-Lockdown“.

GdP fordert ein Umdenken bei der Genehmigung von Demonstrationen

Die GdP Bayern sieht derzeit in der Gesellschaft eine aggressive Gesamtstimmung, die sich weiter verschärft. Die Gewerkschaft kritisiert hierbei eine Minderheit „völlig uneinsichtiger, verantwortungs- und rücksichtsloser Querdenker sowie linke und rechte gewaltbereite Gruppierungen“, die friedliche Versammlungen benutzen und diese eskalieren lassen. Der bayerische Landesverband fordert in einer aktuellen Pressemitteilung ein Umdenken bei den verantwortlichen Behörden, die derartige Versammlungen genehmigen. Zwar würde man von GdP-Seite einen Einschnitt in das Grundrecht der Versammlungsfreiheit bedauern, plädiert aber für einen zeitlich abgestimmten „Versammlungs-Lockdown“.

 

Wer bei Demonstrationen Polizisten angreift, Journalisten und auch Rettungskräfte in ihrer Arbeit behindert und vorsätzlich gegen die Infektionsschutzregeln verstößt und die Versammlungsfreiheit und dadurch ´selbst´ Grundrechte, wie zum Beispiel das Recht auf körperliche Unversehrtheit, mit Füßen tritt, muss in Kauf nehmen, dass solche Veranstaltungen in Zeiten der Pandemie nicht mehr stattfinden können und dürfen.

(Peter Pytlik, Landesvorsitzende der GdP Bayern)

 

Verhalten der Verwaltungsgericht für die GdP „nicht nachvollziehbar“

Laut Pytlik ist es von Gewerkschaftsseite nicht nachvollziehbar, dass zunächst verbotene Versammlungen kurzerhand von den Verwaltungsgerichten doch wieder erlaubt werden. Demnach wisse man bereits im Vorfeld, dass es dort zu Ausschreitungen und Verstößen gegen die Infektionsschutzregeln kommen wird. Aus GdP-Sicht ist es demnach nicht nachvollziehbar, warum derartige Demonstrationen dann noch genehmigt werden.

 

Genau diese Verfahrensweise sollten die Gerichte künftig genauer und verantwortungsbewusster betrachten, um solche Szenen wie am Wochenende in Kassel, in Zukunft nicht durch ihre Entscheidungen mittelbar zu ´unterstützen´ und sozusagen als ´juristischen Kollateralschaden´ billigend in Kauf nehmen.

(Peter Pytlik, Landesvorsitzende der GdP Bayern)

 

Gewerkschaft fordert klare Rechtsgrundlagen

Die Gewerkschaft der Polizei fordert daher von der Politik klare Rechtsgrundlagen und gerichtliche Entscheidungen, um – so Pytlik – mit der vom Staat auch zu erwartenden Konsequenz vorgehen zu können und nicht als „Spielball“ für Justiz und Politik benutzt zu werden.

Demonstration GdP gesellschaft Gewalt Gewerkschaft Kassel Lockdown Oberfranken Polizei Querdenker TV Oberfranken TVO Versammlung

Das könnte Dich auch interessieren

21.03.2025 Kriminalstatistik 2024 für Oberfranken: 53.124 Straftaten - Deutlicher Anstieg zum letzten Jahr! Inklusive der Fallzahlen nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz wurden 2024 53.124 Straftaten in Oberfranken registriert. Diese wurde am Freitag auf einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth veröffentlicht. 10.03.2026 Bei der Polizei Oberfranken: 33 neue Beamtinnen und Beamte im Einsatz Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth hat Polizeipräsident Armin Schmelzer am Dienstag (10. März) insgesamt neue Beamtinnen und Beamte willkommen geheißen. Insgesamt 33 versehen jetzt ihren Dienst in Oberfranken. 26.02.2026 Verkehrsunfallstatistik für Oberfranken: Positive Trends, aber auch Handlungsbedarf Das Polizeipräsidium Oberfranken präsentierte am Donnerstag (26. Februar) die Verkehrsunfallstatistik für 2025. Dabei gab es positive Trends, aber auch noch Handlungsbedarf. 30.01.2026 Auf dem Radar - Der TVO-Blitzdienst für die 06. Woche Die überhöhte Geschwindigkeit stellt nach wie vor eine der Hauptunfallursachen dar. Die Polizei Oberfranken und TVO wollen das Geschwindigkeitsverhalten der Kraftfahrer präventiv positiv beeinflussen. Deshalb werden unter tvo.de wöchentlich mehrere Kontrollpunkte der Polizei veröffentlicht*.