Mi., 20.03.2024 , 09:43 Uhr

Stadt Bamberg

Landgericht Bamberg: Gericht fällt Urteil gegen Mitglieder einer Schockanruf-Bande!

Sechs von neun Angeklagten bleiben in Haft

Am Landgericht Bamberg lief seit 11. März der Prozess gegen neun Angeklagte, die im Verdacht standen, meist Senioren durch Schockanrufe um mehrere hunderttausend Euro gebracht haben sollen! Am Dienstag (19. März) fiel nun das Urteil. Sechs der Angeklagten bleiben in Haft.

Angeklagte Teil eines aus Polen heraus agierenden Netzwerkes sein

Den Angeklagten (18 bis 30 Jahre alt) wurde von Seiten der Anklage zur Last gelegt, Teil eines aus Polen heraus agierenden professionellen Netzwerkes zu sein, das vorwiegend Senioren durch Schockanrufe verleitet haben soll, Bargeld oder andere Wertgegenstände zu übergeben.

Angeklagte sollen 330.000 erbeutet haben

Hierbei sollen die Festgenommen vorgetäuscht haben, dass ein naher Angehöriger der Angerufenen einen tödlichen Verkehrsunfall verursachte und es deshalb zu seiner Festnahme kam. Der jeweilige Anrufer, der sich als Polizist oder Staatsanwaltschaft ausgegeben haben soll, verlangte hierbei die Stellung einer Kaution, um eine Untersuchungshaft abzuwenden. Auf diesem Wege soll es den Angeklagten im Zeitraum von September 2022 bis zum in den November 2023 gelungen sein, über das gesamte Bundesgebiet - und auch in Oberfranken - verteilt, ihre Opfer zu täuschen. Dabei verschafften sie sich Bargeld und Wertgegenstände im Gesamtwert von rund 330.000 Euro.

Angeklagte legen Geständnisse ab

Am Dienstag fand der Prozess am Landgericht Bamberg einen Abschluss. Früher als gedacht. Es wurden umfangreiche Geständnisse abgelegt, laut News5 mit Informationen auf die große Betrugs-Organisation, die hinter diesen Schockanrufen stecken. Die neun Angeklagten seien dabei die kleinsten Glieder der Kette, welche höchstens Abholer oder Fahrer spielten.

Höchststrafe bei sechs Angeklagten

Bei sechs von neun Angeklagten wurde eine Höchststrafe von drei Jahren und sechs Monaten ausgesprochen. Die restlichen drei Angeklagten kamen mit einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten davon, welche auf einer fünfjährigen Bewährung ausgesetzt wird. Sie wurden anschließend aus der Haft entlassen.

 

Statement von Gerichtssprecher Kaspar Hansen

Schockanruf-Prozess in Bamberg: Es gab umfangreiche Geständnisse!

Weiterführende Infos: Ausschnitt des aufgezeichneten Schockanrufs

Die oberfränkische Polizei warnt immer wieder vor derartigen Anrufen und gibt folgende Tipps:

Anklage Bamberg Gericht Haftstrafe Landgericht Prozess Schockanruf Urteil

Das könnte Dich auch interessieren

17.09.2026 +UPDATE+ Kinderpornografie & sexueller Missbrauch: Anklage gegen Pfleger aus Hofer Tagestätte erhoben Der Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg hat am Landgericht Bayreuth Anklage gegen einen 33 Jahre alten Heilerziehungspfleger erhoben. Der Mann soll jahrelang in verschiedenen Einrichtungen in Hof, Bayreuth und Lichtenfels kinderpornografische Inhalte erstellt haben und dabei auch Kinder und pflegebedürftige Personen sexuell missbraucht haben. Unter anderem war er im therapeutisch-pädagogischen Zentrum in Hof tätig. 15.04.2026 Rathaus-Affäre um Ex-Oberbürgermeister Starke: Stadt Bamberg muss auf Rückzahlungen verzichten Es war einer der größten politischen Skandale in der jüngeren Geschichte Bambergs: Die sogenannte "Boni-Affäre" rund um jahrelange Sonderzahlungen an Mitarbeiter der Stadt sorgte im Jahr 2021 für zahlreiche Schlagzeilen. Nun steht der Prozess am Verwaltungsgericht Bayreuth offenbar kurz vor dem Abschluss. 08.12.2025 Kinderpornografie-Plattform „Alice in Wonderland“: 36-jähriger Bayreuther angeklagt Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg informiert, ist nach intensiven Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern (Bamberg) vor dem Landgericht Bayreuth Anklage gegen einen 36 Jahre alten Mann aus Bayreuth erhoben worden. Vorgeworfen wird ihm das bandenmäßige öffentliche Verbreiten von kinderpornografischen Inhalten und der Besitz von entsprechenden Bildern. 11.11.2025 Versuchter Mord mit Tiefkühlpizza: Urteil am Freitag erwartet Am heutigen Dienstag (11. November) wird der Prozess gegen Dirk G. aus Breitengüßbach (Landkreis Bamberg) fortgesetzt. Der Mann soll versucht haben, seine Ehefrau mit einer vergifteten Tiefkühlpizza zu töten. Seit Oktober steht er wegen versuchten Mordes vor Gericht. Am Freitag (14. November) wird voraussichtlich ein Urteil am Landgericht Bamberg fallen.