Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 weist für Oberfranken insgesamt 44.780 registrierte Straftaten aus und damit einen Rückgang um 8.344 Fälle im Vergleich zu 2024. Bereinigt um Verstöße nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz registrierte die Polizei 42.376 Straftaten, was ebenfalls einen deutlichen Rückgang bedeutet. Die Aufklärungsquote lag mit 71,6 Prozent erneut über dem bayernweiten Durchschnitt und war im letzten Jahr die höchste aller Polizeiverbände in Bayern.
Kreisfreie Städte in Oberfranken
In den Oberzentren Bamberg und Bayreuth sanken die Fallzahlen deutlich, während sie in Coburg und Hof leicht zunahmen. Insgesamt entfielen auf die vier kreisfreien Städte mehr als 16.000 Straftaten. Für Hof als Beispiel heißt dies: eine Straftat kommt auf zwölf Einwohner der Stadt.
Landkreise in Oberfranken
Auch in den meisten Landkreisen setzte sich der positive Trend fort, mit dem stärksten Rückgang im Landkreis Bamberg. Dieser betrug 17,1 Prozent auf 3.021 Fälle. Im Landkreis Hof gab es mit +1,3 Prozent den stärksten Anstieg bei den Fällen. Insgesamt wurden hier 4.119 Straftaten registriert - der höchste Wert unter den Landkreisen.
Messerangriffe nehmen deutlich zu
Die Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum stieg in Oberfranken Jahr 2025 deutlich an. Insgesamt registrierte die Polizei 80 Fälle, was einem Anstieg von 37,9 Prozent entspricht. Nahezu die Hälfte der Taten entfiel auf Bedrohungsdelikte, in 25 Fällen blieb es beim Versuch. Im Zuge der Ermittlungen wurden 69 Tatverdächtige festgestellt, von denen 94,2 Prozent männlich waren. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 46,4 Prozent. Von den 80 erfassten Messerangriffen konnten 77 aufgeklärt werden, was einer sehr hohen Aufklärungsquote von 96,3 Prozent entspricht.
Tatort Schule
Nach einem jahrelangen Anstieg der Straftaten am Tatort Schule ist im Jahr 2025 erstmals wieder ein Rückgang verzeichnet worden. Die Fallzahlen sanken um 15,2 Prozent auf insgesamt 819 registrierte Straftaten. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote leicht auf 73,6 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Rohheitsdelikten mit minus 18,5 Prozent sowie bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit einem Minus von 27,6 Prozent aus.
Entgegen diesem Trend nahm die Zahl der Fälle im Zusammenhang mit der Verbreitung kinderpornographischer Inhalte von elf auf 15 zu. Insgesamt registrierte die Polizei 395 Opfer, von denen 65,1 Prozent männlich waren. Fast die Hälfte war zum Tatzeitpunkt noch minderjährig. Zudem wurden 486 Tatverdächtige ermittelt, von denen knapp 80 Prozent männlich waren. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen lag bei 86 Prozent, der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei knapp 30 Prozent.
Wie bereits im Vorjahr wurden an oberfränkischen Schulen sechs Messerangriffe registriert. Dabei handelte es sich um eine Körperverletzung und fünf Bedrohungsdelikte, alle Fälle konnten aufgeklärt werden.
Starker Rückgang bei Rauschgiftdelikten
In nahezu allen Deliktsbereichen gingen die Fallzahlen zurück, besonders stark in der Rauschgiftkriminalität, was vor allem auf die geänderte Cannabis-Gesetzeslage zurückgeführt wird. Auch Straßenkriminalität, Cybercrime, Diebstahl und Gewaltkriminalität nahmen spürbar ab, während die Straftaten gegen das Leben leicht um fünf Fälle anstiegen.
Kriminalität im Kontext der Zuwanderung: Zahlen in Oberfranken rückläufig
Die Zahl der durch Zuwanderer begangenen Straftaten sank laut der Polizei im Jahr 2025 in Oberfranken deutlich. Insgesamt registrierte man einen Rückgang um 22,2 Prozent. Erfasst wurden 3.616 Straftaten, denen 2.665 tatverdächtige Zuwanderer zugeordnet werden konnten. Damit setzte sich erstmals nach mehreren Jahren mit steigenden Fallzahlen wieder ein rückläufiger Trend fort. Besonders stark ging die Kriminalität bei Rohheitsdelikten, bei Diebstahls- und Sachbeschädigungsdelikten sowie bei Verstößen gegen Nebengesetze zurück.
Trotz des Rückgangs stellten die Rohheitsdelikte weiterhin den größten Anteil der registrierten Straftaten dar. Mit 962 Fällen machten sie mehr als 26 Prozent der durch Zuwanderer begangenen Kriminalität aus. Es folgten einfacher Diebstahl mit 781 Fällen sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte mit 773 Fällen, die jeweils einen Anteil von über 21 Prozent erreichten. Rund die Hälfte der Rohheitsdelikte entfiel dabei auf einfache Körperverletzungen.
Callcenter-Betrug mit Millionenschaden
Die Zahl der Callcenter-Betrugsfälle sank 2025 in Oberfranken abermals. Insgesamt registrierte die Polizei 294 Fälle weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 16,1 Prozent entspricht. Trotz dieser positiven Entwicklung stieg der verursachte Vermögensschaden weiter an. Durch insgesamt 1.529 Callcenter-Betrügereien entstand ein Schaden von rund 2,41 Millionen Euro.
Wie in den Vorjahren wurden die meisten Fälle dem sogenannten Enkeltrick beziehungsweise Schockanrufen per Telefon zugeordnet. Diese Betrugsform verursachte jedoch nicht mehr den höchsten finanziellen Schaden. Die größten Vermögensverluste entstanden im Bereich des sonstigen Callcenter-Betrugs, etwa durch falsche Gewinnversprechen oder die Masche angeblicher Polizeibeamter. In diesem Deliktfeld stiegen die Fallzahlen um 92 Fälle, was einem Plus von 18,6 Prozent entspricht. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidium Oberfranken konnten im vergangenen Jahr 15 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Callcenter-Betrug festgenommen werden.
Politisch motivierte Kriminalität: Rechtsextremismus (PMK Rechts)
Politisch motivierte Kriminalität bleibt in Oberfranken ein brisantes Thema. Besonders Delikte mit rechtsextremem Hintergrund nahmen 2025 weiter zu. Seit 2022 sind die Fallzahlen kontinuierlich gestiegen und erreichten 2025 mit 372 registrierten Straftaten einen neuen Höchstwert seit Beginn der Erfassung. In den Städten Bamberg und Hof gingen die Zahlen dagegen zurück: Bamberg verzeichnete 76 Delikte (-14), Hof 58 (-18). Demgegenüber stiegen die Fallzahlen in Coburg stark an: Dort wurden 114 Delikte registriert, ein Plus von 49 im Vergleich zum Vorjahr. Auch in Bayreuth wurden mehr Fälle erfasst: 124 Straftaten, acht mehr als 2024. Die Aufklärungsquote lag bei 61,8 Prozent.
Politisch motivierte Kriminalität: Linksextremismus (PMK Links)
Beim Linksextremismus hat sich die Zahl der Straftaten im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden 114 Fälle registriert, ein Zuwachs von 61 Straftaten. Besonders stark stieg die Zahl der Delikte in Bamberg (38 Delikte, +26), Bayreuth (30 Delikte, +24) und Hof (20 Delikte, +18). Im Bereich Coburg hingegen ging die Fallzahl um 15 Fälle auf 26 Straftaten zurück. Die Aufklärungsquote lag im Bereich PMK-Links bei 32,5 Prozent.