Nach zwei Geldübergaben im Landkreis Bayreuth hat die Kriminalpolizei nun Tatverdächtige ermitteln können. Die Betrugsfälle ereigneten sich in diesem Jahr in Creußen und Heinersreuth. Die Betrüger machten auch vor einem Kind nicht Halt und erzählten von einem vermeintlichen tödlichen Unfall, weshalb dieses Wertsachen übergab. Die Tatverdächtigen (17 und 21 Jahre) sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
Unbekannte geben sich als falsche Polizeibeamte aus – Seniorin übergibt Schmuck und Geld
Der erste Fall ereignete sich am 30. Juli dieses Jahres. In Creußen brachten Unbekannte eine Seniorin mit der Betrugsmasche des „falschen Polizeibeamten“ um einen Teil ihres Vermögens. Die Betrüger behaupteten, dass nach einem Diebstahl in der Nachbarschaft das Bargeld und die Wertsachen der Seniorin nicht mehr sicher seien. In der Annahme, ihr Vermögen zu schützen, übergab sie an ihrer Wohnanschrift Bargeld sowie Goldschmuck an einen zunächst unbekannten Abholer.
17-Jähriger soll Geld und Schmuck der Seniorin angenommen haben
Einen Monat später geriet im Rahmen eines weiteren Ermittlungsverfahrens ein 17-jähriger polnischer Staatsangehöriger in das Visier der Ermittler. Der Tatverdächtige sitzt bereits in Nordrhein-Westfalen in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei Bayreuth prüft nun Verbindungen zu dem Fall in Creußen und bewertet hierbei sichergestellte Beweismittel und Zeugenaussagen. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen steht der 17-Jährige im Verdacht, Ende Juli das Geld und den Schmuck am Wohnanwesen angenommen zu haben.
Betrüger täuschen am Telefon einem Kind tödlichen Unfall vor
Der zweite Fall ereignete sich am 11. August dieses Jahres. Laut Polizei täuschten Betrüger am Telefon einem Kind in Heinersreuth einen erfundenen Unfall vor. Es wurde behauptet, dass ein Familienangehöriger einen tödlichen Unfall verursacht habe und sich deshalb in Haft befinde. Durch eine Zahlung könne die Haft abgewendet werden. Das Kind übergab einen Tresor sowie eine mittlere dreistellige Summe in Schweizer Franken an einen Abholer.
21-jähriger Tatverdächtiger in Südbayern festgenommen
Die Ermittlungserkenntnisse aus mehreren Verfahren führten zur Identifizierung eines Tatverdächtigen. Der 21-jährige tschechische Staatsangehörige wurde im Rahmen einer weiteren Geldabholung in Südbayern festgenommen. Er befindet sich nun ebenfalls in einer Haftanstalt.