Mit einer perfiden Betrugsmasche versuchten Unbekannte am Dienstagnachmittag (22. September) in Lichtenfels, einen 78-jährigen Mann um 100.000 Euro zu bringen. Der Senior sollte eine angebliche Kaution für seinen Sohn zahlen, der laut Anrufer einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht haben soll. Dank des besonnenen Verhaltens des Mannes und des schnellen Eingreifens der Polizei konnten zwei Tatverdächtige festgenommen werden. Beide sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
Falscher Polizeibeamter am Telefon
Der 78-Jährige erhielt einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab. Dieser behauptete, der Sohn des Seniors habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine angebliche Inhaftierung zu verhindern, müsse eine Kaution in Höhe von insgesamt 100.000 Euro hinterlegt werden.
Echter Sohn des 78-Jährigen informiert die Polizei
Der Sohn des 78-Jährigen wurde misstrauisch und verständigte die Polizei, nachdem sein Vater bereits seit mehr als einer Stunde mit dem vermeintlichen Beamten telefoniert hatte. Der Senior hielt den Anrufer bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte weiter in der Leitung. Anschließend stellte er wie vereinbart eine Tüte vor seiner Haustür ab – allerdings ohne Geld oder Wertgegenstände.
Abholerin wird festgenommen
Wenig später erschien eine 38-jährige Frau an der Wohnanschrift und nahm die Tüte an sich. Als sie bemerkte, dass diese leer war, suchte sie nach der vermeintlich richtigen Übergabe. Dabei griffen die Einsatzkräfte der Kriminalpolizei Coburg zu und nahmen die Frau fest.
Komplize wartet im Wagen
Zeitgleich fiel den Polizisten am Ortseingang ein Pkw mit polnischer Zulassung auf. Im Wagen wartete ein 36-jähriger ukrainischer Mann, der nach bisherigen Erkenntnissen mit der Geldabholerin in Verbindung steht.
Trickbetrüger sitzen in U-Haft
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg wurden beide Tatverdächtigen am Mittwoch (23. September) einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ gegen beide Untersuchungshaftbefehle.