Wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof in einer gemeinsamen Pressemitteilung informieren, wurden in Hof und Landkreis Hof insgesamt neun mutmaßliche Drogenhändler festgenommen. Sie werden verdächtigt, mit hochgefährlichen sogenannten Liquids gehandelt zu haben.
Droge taucht vermehrt auf Schulhöfen auf
So seien in Oberfranken in jüngster Zeit vermehrt chemisch veränderte Liquids aufgetaucht, die unter den Bezeichnungen „Baller-Liquid“ und „Zombie-Liquid“ bekannt sind. Diese Liquids könnten in herkömmlichen E-Zigaretten oder Vapes konsumiert werden und seien offenbar besonders bei Jugendlichen beliebt. Inzwischen sei die illegale Droge auch vermehrt an Schulen aufgetaucht.
Ermittlungen in mehr als 100 Fällen
Die Polizei in Hochfranken habe bereits in mehr als 100 Fällen wegen Liquids ermittelt, die als bunte Flüssigkeiten in ungekennzeichneten Fläschchen angeboten werden. Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass diese Liquids oftmals hochwirksame synthetische Cannabinoide enthalten.
Herzrasen, Krampfanfälle, Angst- und Panikattacken
Die berauschend wirkenden Substanzen könnten zu Enthemmung und Halluzinationen führen und schwerwiegende gesundheitliche und mitunter auch lebensgefährdende Folgen nach sich ziehen. Zu den Risiken zählten hierbei insbesondere Herzrasen, Krampfanfälle, Angst- und Panikattacken, Wahnvorstellungen und Psychosen. Im Zusammenhang mit dem Konsum derartiger Liquids seien bereits in mehreren Fällen medizinische Notfallbehandlungen erforderlich gewesen, wie es in der Mitteilung heißt.
Handel und Besitz strafbar
Da die sogenannten „Baller Liquids“ synthetische Cannabinoide enthielten, unterlägen sie dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Das habe zur Folge, dass nicht nur der Handel mit diesen Liquids strafbar sei, sondern auch ihr Erwerb oder Besitz.
Sonnenplatz als Drogenumschlagsplatz im Fokus
Aufgrund der in den letzten Wochen und Monaten gehäuft aufgetretenen Vorfälle im Zusammenhang mit dieser sehr gefährlichen Droge hätten Kriminalpolizei Hof und Staatsanwaltschaft Hof die Ermittlungstätigkeit stark erhöht. Als ein Schwerpunkt des Handels mit sogenannten „Baller-Liquids“ habe sich im Zuge der Ermittlungen der Sonnenplatz in Hof herauskristallisiert.
Neun Tatverdächtige in Untersuchungshaft
Zwischenzeitlich befänden sich neun Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 29 Jahren in Untersuchungshaft. Die sieben Syrer und zwei Deutsche sollen unter anderem mit „Baller Liquids“ in erheblichem Umfang Handel getrieben und diese auch an Minderjährige abgegeben haben.
Polizei und Stadt Hof in ständigem Austausch
Wie es weiter heißt, verstärkten die Hofer Polizeibehörden parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen die Zusammenarbeit mit den kommunalen Sicherheitsbehörden, insbesondere mit der Stadt Hof. Die Polizei habe bereits in den letzten Wochen präventive Maßnahmen mit der Stadt Hof koordiniert und stehe mit dieser im ständigen Austausch, um die Verbreitung dieser gefährlichen Substanzen zu bekämpfen.
Gezielte Kontrollen und Durchsuchungen
Im Zusammenhang mit dem Phänomen der „Baller-Liquids“ habe die die Kriminalpolizei Hof am Dienstagnachmittag (03. Februar) mit Unterstützungskräften gezielte Kontroll- und Durchsuchungsmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet Hof und in mehreren Umlandgemeinden durchgeführt. Ziel der koordinierten Maßnahmen war die Erlangung weiterer Erkenntnisse und Aufhellung des Phänomens „Baller-Liquids“.
Präventionskampagne soll starten
Zeitgleich plane die oberfränkische Polizei unter anderen mit der Stadt Hof eine Präventionskampagne zum Thema Vapes.
Liquids können zum Tod führen
Die Polizei weist in der Pressemitteilung darauf hin, dass Rauchen grundsätzlich erst ab 18 Jahren gestattet sei, unabhängig davon, ob es sich um Zigaretten, E-Zigaretten oder Vapes handele. Es werde darauf hingewiesen, dass gerade bei Kindern und Jugendlichen bereits der erstmalige Konsum von E-Zigaretten nachhaltig schädlich wirken könne. Sofern Liquids verbotene Substanzen enthalten, könne ihr Konsum sogar tödlich enden. Es werde dringend davon abgeraten, E-Zigaretten unbekannten Inhalts zu verwenden.
Auch Eltern tragen Verantwortung
Wie die Polizei und Staatsanwaltschaft abschließend betonen, trügen Eltern und Erziehungsberechtigte eine besondere Verantwortung für ihre Kinder. Sie werden gebeten, ihre Kinder über die Risiken des Drogenkonsums, gerade auch im Zusammenhang mit E-Zigaretten, aufklären.