Mo., 26.10.2026 , 13:57 Uhr

Landkreis Coburg

Landkreis Coburg: Mehrere Festnahmen nach Serie von Telefonbetrug

Ehepaar lockt Täter in die Falle

Wie die Polizei jetzt meldet, versuchten unbekannte Täter am Donnerstag (22. Oktober) mit unterschiedlichen Betrugsmaschen ältere Menschen in Oberfranken um Geld und Wertgegenstände zu bringen. In einem Fall erbeuteten sie Wertsachen im vierstelligen Eurobereich. Dank aufmerksamer Angehöriger und des schnellen Eingreifens der Polizei konnten weitere Taten verhindert werden. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen.

Betrugsmasche vom versuchten Einbruch

Am Donnerstagvormittag erhielt eine 74-jährige Frau aus einem Ortsteil von Rödental einen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten. Dieser behauptete, in der Nähe seien Einbrecher festgenommen worden. Bei ihnen habe man einen Zettel gefunden, der darauf hindeute, dass auch das Eigentum der Seniorin gefährdet sei.

Falsche Polizeibeamtin erbeutet Wertsachen

Gegen 12:30 Uhr erschien eine Frau an der Wohnanschrift und gab sich als Polizeibeamtin aus. Unter dem Vorwand, die Wertgegenstände fotografieren zu müssen, nahm sie mehrere Gegenstände an sich und verschwand.  Als die vermeintliche Kriminalbeamtin nicht zurückkehrte, wurde die 74-Jährige misstrauisch und verständigte etwa eine Stunde später die Polizei. Der Wert der Beute lag im vierstelligen Eurobereich.

Angehöriger verhindert weiteren Betrug

Am Nachmittag geriet eine 87-jährige Frau in Dörfles-Esbach ins Visier von Betrügern. Ein angeblicher Bankmitarbeiter berichtete ihr am Telefon von verdächtigen Kontobewegungen. Eine Überweisung habe gerade noch verhindert werden können. Zur weiteren Überprüfung sei ein Detektiv eingeschaltet worden. Anschließend kündigten die Täter den Besuch eines vermeintlichen Polizeibeamten an. Während die Seniorin noch telefonierte, kam ein Angehöriger nach Hause. Er erkannte den Betrugsversuch und alarmierte die Polizei.

31-Jährige und 19-Jähriger festgenommen

Eine Streifenbesatzung kontrollierte daraufhin einen verdächtigen Pkw in der Nähe. Im Kofferraum fanden die Beamten die zuvor in Rödental erbeuteten Wertgegenstände. Die beiden Insassen, eine 31-jährige Deutsche und ein 19-jähriger Deutscher, wurden vorläufig festgenommen. Zu einer weiteren Übergabe in Dörfles-Esbach kam es nicht.

Schockanruf in Lautertal

Auch in Unterlauter, einem Ortsteil von Lautertal, versuchten Betrüger am Donnerstagnachmittag, eine 62-Jährige um ihr Geld zu bringen. Gegen 14.30 Uhr behaupteten die Anrufer, eine Angehörige habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine Inhaftierung zu verhindern, müsse eine Kaution in fünfstelliger Höhe hinterlegt werden.

Ehepaar lockt Täter in die Falle

Die Frau durchschaute die Masche sofort, hielt das Gespräch jedoch aufrecht. Währenddessen verständigte ihr Ehemann die Polizei. Kriminalbeamte waren bereits vor Ort, als ein verdächtiger Mann am Anwesen vorbeilief. Sie nahmen den 27-jährigen ukrainischen Staatsangehörigen vorläufig fest. Nach der Festnahme brachen die Täter das Telefonat mit der 62-Jährigen ab.

Verdächtiges Auto fällt auf 

Bei ihm fanden die Ermittler einen Fahrzeugschlüssel. Das dazugehörige Auto entdeckten sie in der Nähe. Das Fahrzeug war zuvor bereits einem Polizeibeamten aufgefallen, der sich in seiner Freizeit in Marktleugast aufhielt. Er hatte seine diensthabenden Kollegen über die Beobachtung informiert.

Weiterer Betrugsversuch in Marktleugast

Auch in Marktleugast wurde am selben Tag eine 83-Jährige von einem vermeintlichen Polizeibeamten angerufen. Wie im Fall von Lautertal behaupteten die Täter, eine Angehörige habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Sie forderten einen Geldbetrag in sechsstelliger Höhe und erkundigten sich nach vorhandenen Wertgegenständen. Die Seniorin sollte Bargeld und Wertsachen in einem Stoffbeutel zur Abholung bereitlegen.

Senior verjagt Abholer vom Grundstück

Etwa 30 Minuten später erschien ein Mann an ihrem Anwesen. Inzwischen war jedoch der Ehemann der Seniorin nach Hause gekommen. Er erkannte den Betrugsversuch und forderte den Unbekannten auf, das Grundstück zu verlassen. Eine Übergabe fand nicht statt. Ob ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Lautertal und Marktleugast besteht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Untersuchungshaft für alle drei Tatverdächtigen

Am Freitag (23. Oktober) wurden die drei Festgenommenen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Kronach vorgeführt. Dieser erließ gegen alle drei Tatverdächtigen Untersuchungshaftbefehle. Sie befinden sich inzwischen in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten. Die Kriminalpolizei Coburg führt die weiteren Ermittlungen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Coburg.

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