Nach umfangreichen Ermittlungen erhob die Zentralstelle Cybercrime Bayern mit Sitz in Bamberg gemeinsam mit dem bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) Anklage gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer professionell organisierten Tätergruppe. Ihnen wird vorgeworfen, bandenmäßig mit Betäubungsmitteln über das Internet gehandelt zu haben.
Weltweit verschiedene Betäubungsmittel verschickt
Bei den Beschuldigten handelt es sich um drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 25 und 57 Jahren. Nach monatelangen Ermittlungen, die zusammen mit der beim BLKA angesiedelten Fachgruppe für Rauschgifthandel im Internet (FARO) durchgeführt wurden, sollen sie in großem Umfang Betäubungsmittel, Cannabis, neue psychoaktive Substanzen sowie verschiedene Medikamente verpackt und weltweit versendet haben. Der Verkauf der Substanzen soll zuvor durch weitere Mitglieder der Gruppierung über Darknet-Marktplätze sowie über Messenger-Dienste organisiert worden sein. Die Bezahlung erfolgte dabei über Kryptowährungen.
Ermittler finden 85 Kilo Drogen in einer Wohnung
Im Februar 2025 wurde eine Wohnung im Landkreis Eichstätt durchsucht. Dabei konnten rund 85 Kilogramm Betäubungsmittel sichergestellt werden, darunter 26 Kilogramm Amphetamin, 19 Kilogramm Ketamin, 13 Kilogramm MDMA sowie jeweils etwa ein Kilogramm Kokain, Ketamin und Cannabis. Zusätzlich wurden große Mengen an Medikamenten entdeckt, darunter 140.000 Tabletten Lorazepam, 3.000 Tabletten Pregabalin und 1.680 Tabletten Tramadol.
Verdacht auf weitere große Mengen
Durch die Auswertung beschlagnahmter elektronischer Datenträger besteht außerdem der Verdacht, dass die Beschuldigten weitere erhebliche Mengen an Drogen verpackt und verschickt haben. Dazu zählen unter anderem zehn Kilogramm Amphetamin, jeweils fünf Kilogramm Heroin und Ketamin, drei Kilogramm Kokain, jeweils zwei Kilogramm MDMA, Ecstasy und Cannabis sowie kleinere Mengen Methamphetamin, Speed und Viagra.
Vermögenswerte im sechsstelligen Bereich
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Angeschuldigten durch ihre Aktivitäten jeweils Vermögenswerte im fünf- bis sechsstelligen Bereich erzielt haben.
Alle Beschuldigten in Untersuchungshaft
Vier der Beschuldigten wurden am 7. Februar 2025 in den Landkreisen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und Landkreis Eichstätt festgenommen. Eine weitere Beschuldigte wurde im Juli 2025 im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen verhaftet, nachdem sich im Verlauf der Ermittlungen ein entsprechender Tatverdacht ergeben hatte. Seit ihrer Festnahme befinden sich alle Beschuldigten in Untersuchungshaft.
Landgericht Bamberg entscheidet über Zulassung der Anklage
Am Landgericht Bamberg wird nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird. Für bandenmäßigen unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf bis zu fünfzehn Jahren vor.