Mo., 16.03.2026 , 11:27 Uhr

Oberfranken / Oberbayern

Bamberg/ München: Schlag gegen die Drogenszene - 85 Kilogramm Betäubungsmittel gefunden

Gemeinsame Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime und des bayerischen Landeskriminalamts

Nach umfangreichen Ermittlungen erhob die Zentralstelle Cybercrime Bayern mit Sitz in Bamberg gemeinsam mit dem bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) Anklage gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer professionell organisierten Tätergruppe. Ihnen wird vorgeworfen, bandenmäßig mit Betäubungsmitteln über das Internet gehandelt zu haben.

Weltweit verschiedene Betäubungsmittel verschickt

Bei den Beschuldigten handelt es sich um drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 25 und 57 Jahren. Nach monatelangen Ermittlungen, die zusammen mit der beim BLKA angesiedelten Fachgruppe für Rauschgifthandel im Internet (FARO) durchgeführt wurden, sollen sie in großem Umfang Betäubungsmittel, Cannabis, neue psychoaktive Substanzen sowie verschiedene Medikamente verpackt und weltweit versendet haben. Der Verkauf der Substanzen soll zuvor durch weitere Mitglieder der Gruppierung über Darknet-Marktplätze sowie über Messenger-Dienste organisiert worden sein. Die Bezahlung erfolgte dabei über Kryptowährungen.

Ermittler finden 85 Kilo Drogen in einer Wohnung

Im Februar 2025 wurde eine Wohnung im Landkreis Eichstätt durchsucht. Dabei konnten rund 85 Kilogramm Betäubungsmittel sichergestellt werden, darunter 26 Kilogramm Amphetamin, 19 Kilogramm Ketamin, 13 Kilogramm MDMA sowie jeweils etwa ein Kilogramm Kokain, Ketamin und Cannabis. Zusätzlich wurden große Mengen an Medikamenten entdeckt, darunter 140.000 Tabletten Lorazepam, 3.000 Tabletten Pregabalin und 1.680 Tabletten Tramadol.

Verdacht auf weitere große Mengen

Durch die Auswertung beschlagnahmter elektronischer Datenträger besteht außerdem der Verdacht, dass die Beschuldigten weitere erhebliche Mengen an Drogen verpackt und verschickt haben. Dazu zählen unter anderem zehn Kilogramm Amphetamin, jeweils fünf Kilogramm Heroin und Ketamin, drei Kilogramm Kokain, jeweils zwei Kilogramm MDMA, Ecstasy und Cannabis sowie kleinere Mengen Methamphetamin, Speed und Viagra.

Vermögenswerte im sechsstelligen Bereich

Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Angeschuldigten durch ihre Aktivitäten jeweils Vermögenswerte im fünf- bis sechsstelligen Bereich erzielt haben.

Alle Beschuldigten in Untersuchungshaft

Vier der Beschuldigten wurden am 7. Februar 2025 in den Landkreisen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und Landkreis Eichstätt festgenommen. Eine weitere Beschuldigte wurde im Juli 2025 im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen verhaftet, nachdem sich im Verlauf der Ermittlungen ein entsprechender Tatverdacht ergeben hatte. Seit ihrer Festnahme befinden sich alle Beschuldigten in Untersuchungshaft.

Landgericht Bamberg entscheidet über Zulassung der Anklage

Am Landgericht Bamberg wird nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird. Für bandenmäßigen unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf bis zu fünfzehn Jahren vor.

 

 

Bilder vom Drogenfund

Amphetamin Bamberg Bandenkriminalität Bayerisches Landeskriminalamt Cannabis Drogen Durchsuchung Eichstätt Ermittlungen Festnahme Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Ketamin Kokain München Neuburg-Schrobenhausen Untersuchungshaft Zentralstelle Cybercrime Bayern

Das könnte Dich auch interessieren

25.09.2025 Bamberg: Anklage gegen Bandenchef wegen Betrugs in Millionenhöhe Wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in Millionenhöhe hat die Zentralstelle Cybercrime Bayern mit Sitz in Bamberg Anklage gegen einen 27-Jährigen aus dem Ruhrgebiet erhoben. Verhandelt wird vor dem Landgericht Bamberg. 20.04.2026 Bamberg: Mit Schraubenzieher zugestochen - Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung Nach einem heftigen Streit am Freitagmorgen (17. April) an einer Tankstelle in der Memmelsdorfer Straße in Bamberg befinden sich zwei Männer in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Bamberg und die Kriminalpolizei Bamberg ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts sowie wegen gefährlicher Körperverletzung. 15.04.2026 Coburg: Polizei nimmt Dealer fest und findet Waffenarsenal Am Dienstag (14. April) nahmen Beamte der Kriminalpolizei Coburg im Stadtgebiet von Coburg einen 51-jährigen Mann fest. Die Maßnahme erfolgte im Zuge umfangreicher Ermittlungen, die auf einen bevorstehenden Verkauf von Drogen hindeuteten. Bei der Aktion fanden die Ermittler nicht nur Betäubungsmittel. 20.03.2026 Cybercrimestelle Bamberg: Internationaler Schlag gegen kinderpornographische Darknet-Plattformen Die Ermittler des Dezernats Cybercrime beim Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) und das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg beschäftigen sich seit Mitte 2021 mit der Darknet-Plattform „Alice with Violence CP“, auf welcher vorrangig kinderpornographische Inhalte gegen eine Bezahlung mit Bitcoins (BTC) angeboten wurden. Nun konnte der mutmaßliche Betreiber ermittelt werden und 373.000 Darknet-Seiten