Gleich zweimal versuchten Betrüger am Montag (26. Oktober) ältere Frauen mit einer perfiden Masche um ihr Erspartes zu bringen. In beiden Fällen gaben sich die Täter am Telefon als Informanten über einen angeblich tödlichen Verkehrsunfall aus und forderten hohe Kautionssummen. Die Polizei konnte drei Tatverdächtige festnehmen. Sie sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
64-Jährige soll hohe Kaution bezahlen
Der erste Fall ereignete sich am Montagvormittag in Bayreuth. Gegen 11:00 Uhr erhielt eine 64-Jährige einen Anruf von bislang unbekannten Tätern. Diese behaupteten, ein Angehöriger der Frau habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Um eine Haftstrafe abzuwenden, müsse eine hohe fünfstellige Summe als Kaution gezahlt werden. Zusätzlich erkundigten sich die Anrufer nach Wertgegenständen.
Vermeintliches Opfer sorgt für Festnahme in Bayreuth
Die Frau durchschaute den Betrugsversuch, ließ sich jedoch zunächst nichts anmerken und spielte mit. Während sie das Gespräch fortsetzte, alarmierte ihr Ehemann die Polizei. Als gegen 12:45 Uhr ein mutmaßlicher Geldabholer in der Nähe des Wohnanwesens auftauchte, griffen die bereits vor Ort befindlichen Beamten zu. Sie nahmen einen 19-jährigen serbischen Staatsangehörigen fest, der nach Polizeiangaben keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat.
77-Jährige geht zum Schein auf Forderungen ein
Auch in Gefrees versuchten Betrüger ihr Glück. Dort erhielt eine 77-jährige Frau um die Mittagszeit einen ähnlichen Anruf. Doch auch die Seniorin erkannte die Masche. Sie ging zum Schein auf die Forderungen ein, während ihr Partner die Polizei verständigte. Als wenig später ein mutmaßlicher Abholer an ihrem Wohnanwesen erschien, übergab sie ihm einen Briefumschlag – allerdings nicht mit Geld, sondern mit Batterien.
Polizei zieht zwei Tatverdächtige in Gefrees aus dem Verkehr
Bei der anschließenden Fahndung stießen die Beamten in der näheren Umgebung auf ein verdächtiges Fahrzeug. Bei der Kontrolle entdeckten sie den Umschlag mit den Batterien im Innenraum. Die beiden Insassen, polnische Staatsangehörige im Alter von 22 und 25 Jahren, wurden vorläufig festgenommen.
Täter sitzen in Untersuchungshaft
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth wurden alle drei Tatverdächtigen am Dienstag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bayreuth vorgeführt. Dieser erließ gegen jeden von ihnen einen Untersuchungshaftbefehl. Die Männer wurden anschließend in Justizvollzugsanstalten gebracht. Die Kriminalpolizei Bayreuth führt die weiteren Ermittlungen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft. Dabei soll auch geklärt werden, ob zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht.