Do., 30.11.2017 , 16:32 Uhr

Coburg / Dortmund: Polizei nimmt falsche Polizisten fest!

Zwei Festnahmen, ein Täter auf der Flucht

Mit der Festnahme zweier falscher Polizeibeamter gelang jetzt der Kriminalpolizei Coburg ein Schlag gegen eine deutschlandweit agierende Betrügerbande. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg ergingen gegen drei Tatverdächtige Haftbefehle. Zwei Männer sitzen bereits in Untersuchungshaft, nach einem dritten wird noch gefahndet.

Häufung von betrügerischen Telefonaten im Raum Coburg

Im Oktober häuften sich in und um Coburg Anrufe falscher Polizeibeamter. Hierbei gaben sich die Anrufer meist als Kriminalbeamte aus, täuschen Ermittlungen vor und fordern ihre Opfer auf, Bargeld zur weiteren Überprüfung an einen vorbeikommenden Beamten auszuhändigen. In vielen Fällen gingen die Angerufenen, zumeist Senioren, hierauf nicht ein und beendeten die Telefonate.

Betrüger mit Erfolg bei dieser Masche

Allerdings kam es auch zur Übergabe hoher Beträge. Anfang Oktober händigte ein Rentner nach einem Telefonat 10.000 Euro an einen Unbekannten aus. Zwei Wochen später übergab ein 78-Jähriger über 20.000 Euro an einen vermeintlichen Kriminalbeamten. Ein weiterer hoher Betrag zur Übergabe wurde in Aussicht gestellt. Zwischenzeitlich erfuhr die echte Polizei von dem Fall. Als der falsche Beamte einige Tage später auftauchte, nahmen ihn Kripobeamte vorläufig fest. Gegen den damals 29-Jährigen aus dem Raum Dortmund erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg der Haftbefehl.

Festnahme in Dortmund

Bei den intensiven Ermittlungen konnten in der Folge weitere Tatverdächtige identifiziert werden. Infolgedessen beantragte die Staatsanwaltschaft Coburg Haftbefehle gegen zwei Männer, die ebenfalls aus dem Raum Dortmund stammen. Ein 34-Jähriger, der Anfang Oktober die 10.000 Euro in Coburg abgeholt haben soll, wurde jetzt in Dortmund festgenommen. Der andere mutmaßliche Täter ist untergetaucht. Nach ihm wird derzeit gefahndet.

Anrufe aus türkischen „Call-Centern“

Die Verdächtigen stehen zudem im Verdacht, im Raum Frankfurt am Main von einem Rentner über 70.000 Euro erhalten zu haben. Die bisherigen Recherchen der Kriminalbeamten deuten darauf hin, dass die Anrufe aus sogenannten „Call-Centern“ in der Türkei gesteuert werden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Coburg und der Staatsanwaltschaft Coburg dauern an.

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