Di., 06.10.2026 , 12:24 Uhr

Oberfranken

Cybertrading in Oberfranken: Betrüger bringen Mann aus Bayreuth um 200.000 Euro

Cybertrader erbeuteten 2026 bereits Millionen in Oberfranken

Mehrere Millionen Euro haben sogenannte Cybertrader in diesem Jahr allein in Oberfranken erbeutet. Die perfide Masche beginnt meistens mit einem überschaubaren Investment, doch am Ende verlieren die Opfer oft hohe Geldsummen. Geködert werden die Opfer durch manipulierte Werbeseiten mit Prominenten, beispielsweise im Zusammenhang mit „Die Höhle der Löwen“, oder durch soziale Medien und Messenger-Kanäle. So erging es auch einem Mann aus dem Landkreis Bayreuth. Er verlor insgesamt 200.000 Euro durch Cybertrading. Das Polizeipräsidium Oberfranken warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche.

Werbung mit Promis wird zur Falle 

Ein Mann aus dem Landkreis Bayreuth wurde Anfang 2025 auf eine Internetwerbung aufmerksam. Bekannte Persönlichkeiten warben dort für eine Investitionsmöglichkeit mit geringem Starkapital und hohem Gewinn. Der Geschädigte klickte auf den angegebenen Link und hinterließ seine Kontaktdaten.

Mann aus Bayreuth investiert immer höhere Summen 

Der Mann wurde anschließend von einer vermeintlichen Brokerin kontaktiert. Er folgte ihren Anweisungen, überwies 250 Euro und installierte eine App. Mit der Aussicht auf hohe Renditen investierte der Geschädigte immer mehr Geld. Als er sich sein Guthaben auszahlen lassen wollte, wurden angeblich weitere Gebühren, Versicherungen und Freischaltkosten fällig. Er überwies daraufhin erneut Geld. Schließlich entstand ihm ein Schaden von rund 160.000 Euro. Eine Gewinnauszahlung gab es nie.

Täter melden sich unter anderem Namen und erbeuten erneut Geld 

Im Rahmen der Anzeigenerstattung warnten Ermittler den Mann aus dem Landkreis Bayreuth ausdrücklich davor, dass sich die Täter zu einem späteren Zeitpunkt unter einem anderen Namen bei ihm melden könnten. Tatsächlich erhielt er etwa vier Monate später einen Anruf. Angebliche Juristen wollten ihm helfen sein Geld zurückzubekommen. Der Geschädigte überwies erneut 40.000 Euro an die Betrüger.

Weitere Beispiele aus Oberfranken 

Ähnlich erging es einem 20 Jahre alten Mann aus Bamberg. Er fiel zum Jahreswechsel 2024/25 ebenfalls auf eine Werbeanzeige rein. Die Betrüger schlossen in seinem Namen Kredite in Höhe von 50.000 Euro ab. Im Landkreis Hof wurde ein 50-Jähriger 2023 durch den Slogan „durch KI Geld im Schlaf verdienen“ geködert. Auch hier nahmen die Täter mehrere Kredite im Namen des Opfers auf.

Warnung der Polizei

Die Polizei rät deshalb: „Wenn es sich zu gut anhört, ist es meistens Fake!“ Die Polizei empfiehlt, verdächtige Anlageangebote sorgfältig zu prüfen, keine Zahlungen aufgrund telefonischer oder über Messenger übermittelter Anweisungen vorzunehmen und sich bei Unsicherheit frühzeitig an die Polizei zu wenden. Außerdem warnt die Polizei eindringlich vor „Recovery-Angeboten“. Diese nutzen meistens die Notsituation von Opfern aus. Betrüger nehmen, getarnt als Bankmitarbeiter oder Rechtsanwälte, gezielt Kontakt zu bereits Geschädigten auf und versprechen verlorenes Geld gegen eine Vorauszahlung zurückzuholen.

Wichtiger Hinweis

Besondere Vorsicht gilt zudem, wenn Betroffene tatsächlich Geldsummen auf ihre Konten erhalten und gebeten werden, diese weiter zu transferieren. So sind sie schnell selbst nicht nur Betrugsopfer, sondern Beschuldigte im Strafverfahren – wegen Geldwäsche.

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