Fr., 19.11.2021 , 13:33 Uhr

Oberfranken

Fleischereibetriebe in Oberfranken überprüft: Zoll deckt mehrere Verstöße auf!

Unter anderem wurde Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut

Bereits am 9. November 2021 überprüfte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls in einer bundesweiten Schwerpunktprüfung die Beschäftigungsverhältnisse in der Fleischwirtschaft. Beim Hauptzollamt Schweinfurt waren 71 Beschäftigte im Einsatz. 150 Personen wurden zu ihren Arbeitsverhältnissen befragt. Zusätzlich werden aktuell noch Geschäftsunterlagen von 23 Unternehmen in Oberfranken und Unterfranken geprüft.

Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut

Hierbei ergaben sich zehn Beanstandungen: In einem Fall wurde laut der Behörde Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut (Sozialversicherungsbeiträge). Bei den restlichen Beanstandungen beanstandete der Zoll überwiegend Verstöße gegen Aufzeichnungspflichten sowiegegen das seit 1. April 2021 in Kraft getretenen grundsätzliche Verbot des Einsatzes von Leiharbeitnehmern. Die weiteren Prüfungen in diesen Fällen dauern laut.

Keine näheren Informationen zu den betreffenden Betrieben

Auf TVO-Nachfrage gab die Behörde an, dass man nähere Informationen zu den betreffenden Unternehmen und Standorten aus Gründen des Steuergeheimnisses und Datenschutzes nicht mitteilen kann. Zudem liefen auch noch Prüfungen oder Ermittlungen.

HintergrundBei den Prüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit stehen in der Fleischwirtschaft insbesondere die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns nach dem Mindestlohngesetz, die Einhaltung von sozialversicherungsrechtlichen Pflichten, der unrechtmäßige Bezug von Sozialleistungen sowie die illegale Beschäftigung von Ausländern im Fokus.

Die Fleischwirtschaft unterliegt derzeit den Regelungen des Mindestlohngesetzes (MiLoG) mit einem gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 9,60 Euro je Zeitstunde. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung des Vollzugs im Arbeitsschutz (Arbeitsschutzkontrollgesetz) wurde in der Fleischindustrie ein Verbot von Werkverträgen sowie von Leiharbeit eingeführt. Das bedeutet, dass seit dem 1. Januar 2021 in der gesamten Verarbeitungskette der Fleischindustrie (Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung) keine Arbeitnehmer von Dritten und keine Selbstständigen mehr tätig sein und seit dem 1. April 2021 auch keine Leiharbeitnehmer mehr überlassen werden dürfen.

Landkreis Bamberg Landkreis Bayreuth Landkreis Coburg Landkreis Forchheim Landkreis Kronach Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Schwarzarbeit Wirtschaft Zoll

Das könnte Dich auch interessieren

03.06.2025 Rauf aufs Rad! Aktion Stadtradeln läuft wieder in vielen Orten Oberfrankens Die Sonne scheint vom Himmel und die Temperaturen locken nach draußen. Das ist das passende Wetter, um das Zweirad wieder aus dem Haus zu holen! 17.04.2025 AOK-Bayern-Statistik 2024: Bayernweit höchster Krankenstand in Oberfranken Der Krankenstand unter den erwerbstätigen AOK-Bayern Versicherten bleibt auch im Jahr 2024 auf einem hohen Niveau. Dies geht aus einer aktuellen Meldung der Krankenkasse hervor. Besonders auffällig ist die Situation in Oberfranken, das mit einem Krankenstand von 6,9 Prozent erneut die Region mit den meisten krankheitsbedingten Fehltagen unter den acht Regierungsbezirken des Freistaates ist. 11.03.2026 Großkontrolle in Oberfranken: Zoll sucht nach Schwarzarbeitern Mit 27 Einsatzkräften hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Schweinfurt am Dienstag (10. März) Baustellen in Oberfranken überprüft. Die Kontrollen fanden im Rahmen einer bundesweiten Schwerpunktaktion des Zolls zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung im Baugewerbe statt. 19.11.2025 Schwarzarbeit in Oberfranken: Großangelegte Kontrolle im Wach- und Sicherheitsgewerbe Im gesamten Bundesgebiet wurden am Montag verstärkte Prüfungen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung im Wach- und Sicherheitsgewerbe durchgeführt, so auch in Oberfranken. Dies geht aus einer Mitteilung des Hauptzollamts Schweinfurt hervor.