Am Donnerstagabend (14. Mai) ereignete sich 20:45 Uhr auf der Autobahn A93 in Fahrtrichtung Autobahndreieck Hochfranken bei Rehau (Landkreis Hof) ein spektakulärer Verkehrsunfall. Der Rückstau bei der Unfallaufnahme und den Bergungsarbeiten machte zudem einen ungeduldigen 31-jährigen Litauer zum Geisterfahrer.
Pingpong mit den Leitplanken
Ein 39-jähriger Pkw-Fahrer aus dem Landkreis Hof befuhr mit seinem Seat die A93 in Richtung Dreieck Hochfranken. Nach bisherigen Zeugenaussagen überholte der Mann kurz vor der Anschlussstelle Rehau-Süd mehrere Fahrzeuge mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit von etwa 200 km/h. Im weiteren Verlauf kam das Fahrzeug nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte zunächst gegen die rechte Schutzplanke. Anschließend wurde der Pkw in die Mittelschutzplanke und erneut nach rechts geschleudert, bevor er schließlich auf dem Seitenstreifen zum Stehen kam.
Deutlicher Geruch nach Alkohol
Durch den Unfall wurden die Schutzplanken auf beiden Seiten über mehrere Meter erheblich beschädigt. Die eingesetzten Polizeistreifen stellten beim Unfallverursacher deutlichen Alkoholgeruch fest. Daraufhin wurde eine Blutentnahme angeordnet und der Führerschein des Mannes vorläufig sichergestellt.
Unverletzt aber 30.000 Euro Schaden
Der Fahrer erlitt offenbar einen Schock, weitere Verkehrsteilnehmer wurden nicht verletzt oder geschädigt. Der entstandene Gesamtschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 30.000 Euro.
Trümmerfeld sorgt für Vollsperrung
Aufgrund des Trümmerfeldes sowie ausgelaufener Betriebsstoffe musste die Fahrbahn zeitweise vollständig gesperrt werden.
Litauer wird am Stauende zum Geisterfahrer
Während der Absicherungsmaßnahmen kam es zudem zu einem weiteren gefährlichen Vorfall: Ein 31-jähriger litauischer Verkehrsteilnehmer, der sich im Rückstau befand, wendete seinen VW Passat auf der Autobahn, schaltete die Warnblinkanlage ein und fuhr mit etwa 50 km/h entgegen der Fahrtrichtung auf dem Seitenstreifen zurück.
Feuerwehr stoppt das Fahrzeug nach 500 Metern
Nachdem mehrere Mitteilungen über einen Geisterfahrer bei der Einsatzzentrale eingegangen waren, wurden zusätzliche Streifen zur Autobahn entsandt. Erst nach etwa einem halben Kilometer konnte der Mann durch Einsatzkräfte der Feuerwehr, die ursprünglich zur Stauabsicherung eingesetzt waren, gestoppt werden.
Polizei leitet Strafverfahren ein
Sowohl gegen den mutmaßlich alkoholisierten Unfallverursacher als auch gegen den Geisterfahrer wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.