Fr., 05.12.2025 , 14:25 Uhr

Bamberg/Würzburg/Düsseldorf/Israel

Cybercrimestelle Bamberg: Gefälschte Promi-Werbung bringt Opfer um ihr Geld

Betrüger erbeuten rund 1,3 Millionen Euro

Mutmaßliche Cyberkriminelle sollen in Deutschland mindestens 120 Anleger um mehr als 1,3 Millionen Euro gebracht haben. Dabei sollen sie Werbung mit Prominenten und Politikern für ein Finanzprodukt gemacht haben. Doch statt großer Gewinne, gab es für die Betrugsopfer nur Verluste.

Durchsuchungen in Deutschland und Israel

Unter der Leitung der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) in Bamberg durchsuchten Ermittler vergangene Woche 14 Objekte in Deutschland und Israel, darunter Standorte in Tel Aviv, Düsseldorf, NRW, Berlin und Winnenden. Die Täter sollen hohe Renditen durch KI-optimierte Anlagestrategien oder automatisierten Kryptohandel versprochen haben. Mit aufwendigen Social-Media-Kampagnen und gefälschten Nachrichtenseiten wurden die Opfer geködert. Dabei wurde behauptet, Prominente und Politiker hätten bereits große Summen durch die fraglichen Investments verdient.

Dunkelziffer wohl deutlich höher 

Im Mittelpunkt steht ein Netzwerk, das personenbezogene Daten potenzieller Anleger gesammelt und an betrügerische Callcenter weitergeleitet haben soll. Laut Ermittlern enden solche Maschen für Opfer meist im Totalverlust. 120 Anleger fielen in Deutschland auf diese Masche rein. Die Behörden gehen allerdings von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Die international agierenden Täter könnten laut Ermittler sogar einen dreistelligen Millionenbetrag erbeutet haben.

Gefälschte Online-Kampagnen mit bekannten TV-Sendungen 

Die Einsätze in Düsseldorf und Winnenden richteten sich gegen zwei sogenannte Publisher. Ihnen wird vorgeworfen, irreführende Online-Kampagnen erstellt zu haben. Unter anderem sollen sie fälschlicherweise behauptet haben, die beworbene Anlagemethode sei Bestandteil bekannter TV-Sendungen (z.B. „Die Höhle der Löwen“). Bilder, Logos und Fotografien wurden dabei unrechtmäßig eingesetzt, um Seriosität vorzutäuschen.

Aufwendige Ermittlungen dauern an 

Im Mittelpunkt der Arbeit der bayerischen Ermittler stehen nun die Sichtung und Analyse des umfangreichen elektronischen Beweismaterials. Es zeichnet sich ab, dass die Ermittlungen in Anbetracht der Komplexität der Täterstrukturen noch längere Zeit in Anspruch nehmen werden.

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