Do., 16.11.2017 , 11:38 Uhr

Sechsstelliger Schaden für Sozialkassen: Zoll überführt Unternehmerin aus dem Raum Hof

Unternehmerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

Über Jahre hinweg zahlte eine Unternehmerin aus dem Raum Hof den in ihrem Betrieb Beschäftigten nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Wie das Hauptzollamt Regensburg am Donnerstag (16. November) mitteilte, mussten ihre Arbeitnehmer bis zu 16 Stunden täglich unter anderem die Toilettenanlagen an Autobahnrasthöfen reinigen. Als Monatslohn erhielten sie 800 Euro.

Löhne und Beiträge einbehalten, Trinkgelder nicht verbucht

Die so eingesparten Löhne beliefen sich auf rund 387.000 Euro. Die den Sozialversicherungsträgern vorenthaltenen Beiträge summierten sich auf über 156.000 Euro. Durch weitere Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Regensburg wurde der Unternehmerin nachgewiesen, dass sie den Großteil der Trinkgelder nicht als Betriebseinnahme verbuchte. Zusammen mit der nicht gezahlten Lohnsteuer entstand dem zuständigen Finanzamt ein Schaden in Höhe von rund 110.000 Euro.    

Verurteilung am Amtsgericht Hof

Das Amtsgericht Hof verurteilte die Unternehmerin zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Diese wurde zur Bewährung ausgesetzt. Weiterhin muss sie eine Geldstrafe in Höhe von 10.800 Euro zahlen. Hinzu kommt ein Bußgeld in Höhe von 25.000 Euro aufgrund der zahlreichen Verstöße gegen das Mindestlohngesetz. Auch für den entstanden Schaden muss die Beschuldigte zusätzlich aufkommen, so die Mitteilung des Hauptzollamtes aus Regensburg. 

Amtsgericht Betriebseinnahme Betrug Hof Landkreis Hof Lohn Oberfranken Regensburg Sozialabgaben Strafe Trinkgeld TV Oberfranken TVO Unternehmerin Urteil Zoll

Das könnte Dich auch interessieren

06.07.2026 Prozess zum Diesel-Skandal im Landkreis Hof: Insolvenzverfahren gegen Hoffmann eröffnet Gegen die Hoffmann Energie und Mobilität GmbH und die Sigmund Hoffmann Tankstellen GmbH, beide gemeldet in Schwarzenbach an der Saale (Landkreis Hof), ist am 01. Juli jeweils das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dies geht aus den Insolvenzbekanntmachungen des Amtsgerichts Hof hervor. 09.10.2026 Kulmbach: Vermeintliches Jobangebot - 26-Jähriger wird zum Geldwäscher Ein vermeintliches Jobangebot über Facebook hat für einen 26-Jährigen vor dem Amtsgericht Kulmbach ein teures Nachspiel. Der Mann wurde wegen leichtfertiger Geldwäsche zu einer Geldstrafe von gut 3000 Euro verurteilt. Zudem muss er den Geschädigten mehr als 3600 Euro erstatten. In dem Fall wurde der junge Mann selbst Opfer einer Betrugsmasche – und zugleich zum Beteiligten an der Straftat. 06.10.2026 Cybertrading in Oberfranken: Betrüger bringen Mann aus Bayreuth um 200.000 Euro Mehrere Millionen Euro haben sogenannte Cybertrader in diesem Jahr allein in Oberfranken erbeutet. Die perfide Masche beginnt meistens mit einem überschaubaren Investment, doch am Ende verlieren die Opfer oft hohe Geldsummen. Geködert werden die Opfer durch manipulierte Werbeseiten mit Prominenten, beispielsweise im Zusammenhang mit „Die Höhle der Löwen“, oder durch soziale Medien und Messenger-Kanäle. So erging es auch einem Mann aus dem Landkreis Bayreuth. Er verlor insgesamt 200.000 Euro 28.09.2026 Hochfranken: Zoll nimmt Friseur- und Kosmetikbetriebe ins Visier Rund 40 Zöllnerinnen und Zöllner kontrollierten am Samstag (26. September) im Bezirk des Hauptzollamts Regensburg Friseursalons, Barbershops sowie Kosmetik- und Nagelstudios. Die Aktion war Teil einer bundesweiten Schwerpunktprüfung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Insgesamt waren deutschlandweit rund 2200 Zollkräfte im Einsatz.