Do., 19.03.2026 , 15:50 Uhr

Stadt und Landkreis Bayreuth

Festnahme nach Schockanruf in Ahorntal: Polizei spricht von Oscar-reifer Darbietung eines 21-Jährigen

Junger Mann gibt sich als alte Frau aus

Die oberfränkische Polizei verzeichnet weiterhin eine hohe Anzahl von Callcenter-Betrug. Allein am Mittwoch (18. März) wurden insgesamt 22 Fälle registriert. In zwei Fällen waren die Täter erfolgreich, in einem weiteren Fall führte das couragierte und Oscar-reife Verhalten eines 21-Jährigen zur Festnahme eines Tatverdächtigen.

21-Jähriger lässt sich auf das Spiel des Betrügers ein

Am Mittwochmittag erhielt der 21-jährige Mann aus Ahorntal einen Anruf eines angeblichen Staatsanwalts. Dieser gab vor, ein Familienangehöriger habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und könne nur gegen Zahlung einer Kaution einer Haft entgehen. Der Angerufene erkannte die Betrugsmasche, hielt jedoch gezielt den Kontakt aufrecht und verständigte parallel die Polizei.

Junger Mann gibt sich als alte Frau aus

In enger Abstimmung mit den Einsatzkräften der Kriminalpolizei Bayreuth sowie zivilen Einsatzkräften unterstützte der 21-Jährige die Maßnahmen, indem er sich am Telefon als ältere Frau ausgab und die Täter über mehrere Stunden hinhielt. Nachdem eine Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen vereinbart worden war, erschien am Nachmittag ein 32-jähriger polnischer Staatsangehöriger am Anwesen in Ahorntal. Er nahm einen präparierten Beutel entgegen und wurde unmittelbar vor Ort festgenommen.

Geldabholer kommt in Untersuchungshaft

Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts des bandenmäßigen Betrugs anordnete.

Trotz Ermittlungserfolg weitere erfolgreiche Betrügereien

Trotz dieses Ermittlungserfolges kam es am selben Tag zu zwei vollendeten Betrugsdelikten. In einem Fall wurde eine Seniorin in Bayreuth dazu gebracht, 10.000 Euro abzuheben und in einem Beutel im Bereich der Rosestraße abzulegen. In einem weiteren Fall in Eckersdorf (Landkreis Bayreuth) übergab ein Ehepaar einen niedrigen fünfstelligen Geldbetrag an unbekannte Täter, nachdem ihnen eine angebliche Überprüfung auf Falschgeld vorgetäuscht worden war.

Ermittler prüfen Zusammenhänge der Fälle

Die Kriminalpolizei Bayreuth prüft mögliche Zusammenhänge zwischen den Taten. In diesem Zusammenhang könnte ein weißer VW Tiguan mit Münchner Zulassung von Bedeutung sein, der im Umfeld des Festnahmeortes festgestellt wurde.

Polizei bittet Öffentlichkeit um Mithilfe

Personen, die am Mittwoch im Bereich Bayreuth oder Eckersdorf verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0921/506-0 bei der Polizei zu melden.

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